Endlich haben THE RIVERBOAT GAMBLERS mal verdienterweise etwas Presse und Aufmerksamkeit bei uns in Europa, auch wenn es meiner Meinung nach eine Platte zu spät kommt, da zumindest für mich „Underneath the Owl“ mit dem Vorgänger „To the confusion of our enemies“ nicht mithalten kann. Gute 5,5 Jahre nach ihren letzten Berlin-Show machten die Texaner an diesem Sonntag Abend endlich mal wieder Station in unserer Hauptstadt und als ich gegen 22.00 Uhr am TWH eintraf hatte die Vorband schon gespielt und die Gamblers waren kurz davor die Bühne zu entern. Der Laden war zwar nicht supervoll, aber für einen Sonntag im August und 15€ Eintrittspreis ging es eigentlich und der vordere Teil des TWHs sah mit den rund 90 Anwesenden ganz gut gefüllt aus.
Die Band bzw. vielmehr ihr Frontmann Mike Wiebe legte ab dem ersten Song los, wie man es von ihnen live kennt, denn es hielt ihn kaum eine Sekunde mal ruhig an seinen Platz und er nutzte so ziemlich jeden Zentimeter der kleinen Bühne aus. Am Anfang des Sets folgte fast ein Hit auf den anderen und es wurden zahlreiche Songs von der „To the confusion of our enemies“ zum Besten gegeben, wobei man gerade Mike anmerkte das sie wohl schon ein langes Wochenende hinter sich hatten. Seine Stimme machte teilweise nicht mehr ganz mit und klang teilweise etwas krächtzig und nicht so souverän. Anmerken lies er sich das aber nicht und ein Song folgte dem nächsten, wobei das Publikum im Endeffekt sehr reserviert war und viele zwar mitwippten und ordentlich applaudierten, aber nur wenige wirklich aus sich heraus gingen und auch mal das Tanzbein schwangen.
Ansagen gab es nur alle paar Songs und die Band legte ein wirklich schnelles Tempo aufs Parkett, so dass es nicht weiter verwunderte oder auch wirklich negativ auffiel das nach knapp 40 Minuten die letzten beiden Songs angekündigt wurden. Ihren Frontmann hielt es dann auch nicht auf der Bühne und so wurde auch mal ein halber Song von einem Tisch im hinteren Teil des Clubs zum besten gegeben. Für die Zugaben musste die Band sich nicht lang bitten lassen und so gab es am Ende nochmal drei Songs en top, bevor dann endgültig Schluss war. Objektiv gesehen sicherlich eine gute Show von einer Band die nicht zuletzt durch ihren hyperaktiven Sänger zu den besseren Livebands zählt. Allerdings schafften sie es aber nicht mich an dem Abend komplett mitzureißen, da sie ihr Pulver etwas zu früh im Set verschossen und die meisten Hits zu Beginn ertönten, ich den Gesang schon mal souveräner erlebt habe und mir die älteren Songs doch einfach besser gefallen, als die der letzten Platte.
Kai Wydra