Thursday
SO 36 in Berlin
Besucher: ca. 300 - am 25.08.2009
 

Über fünf Jahre hat es gedauert, bis sich Thursday mal wieder in Berlin haben blicken lassen. Und dann wurde ihnen die zweifelhafte Ehre zuteil, parallel zu AFI und den Get Up Kids zu spielen. So verirrten sich nur etwa 300 Leute in das SO36. Was aus Sicht der Gäste natürlich vollkommen okay war - denn schon vor dem Konzert war es in dem Laden mal wieder unglaublich heiß. Über jeden Zentimeter mehr Platz und damit Luft konnte man also glücklich sein.

Gegen 21 Uhr ging es mit der ersten von zwei Vorbands los. An dieser Stelle soll darauf nicht weiter eingegangen werden. Allerdings warf das Vorprogramm doch mal wieder die Frage auf, wer über Supportslots entscheidet. Da hätte es sicher spannenderes gegeben.

Nachdem das durchgestanden war, standen endlich Thursday auf der Bühne und eröffneten auch gleich mit "Understanding In A Carcrash". Vielleicht war es die Freude über ein so gelungenen Start, die etwas lähmte. Denn anders als erwartet passierte vorne im Publikum erst einmal nicht viel. Thursday versprühten allerdings eine Energie und Spielfreude, mit der ich nicht gerechnet hatte. Und so platzte auch bald der Knoten im Publikum und es kam Bewegung in die Sache.

Anders als damals im Kato hatten Thursday keinerlei Soundprobleme und so konnte wirklich jeder mit der Band feiern. Bei den Musikern fiel natürlich in erster Linie Sänger Geoff auf, der nicht nur unentwegt in Bewegung war, sondern auch ständig am vorderen Bühnenrand auf Augenhöhe mit dem Publikum sang - und sein Mikrofon natürlich auch ab und an den Fans entgegenstreckte. Während seiner Ansagen wurde einem dann immer erst bewusst, wie heiß es wirklich ist, was auch erklärte, warum seine Klamotten nach kürzester Zeit komplett nass waren. Über zu wenig Einsatz konnte sich da keiner beklagen.

Ebenso gab es bezüglich der Setlist überhaupt nichts zu meckern. Relativ früh schon spielten Thursday "Cross Out The Eyes" und machten damit klar, dass sie keinesfalls vorhatten, "Full Collapse" auszulassen. Auch einige Stücke von "War All The Time" kamen zum Zuge; eher weniger von der "A City By The Light Divided" aber natürlich einige Songs des neuen Albums "Common Existence". So beispielsweise "Resuscitation Of A Dead Man" oder "Friends In The Armed Forces". Und mit "Jet Black New Year" war dann auch die "Five Storys Falling"-EP in der Setlist vertreten. Nach dem vermeintlich letzten Song knallte Geoffs Mikrofon auf den Boden und weg waren sie. Klar - das konnte es noch nicht gewesen sein und so gab es noch "War All The Time" zu hören, was kräftig mitgesungen wurde: "the kids are still screaming" ... das "on and on and on" kam da natürlich aus dem Publikum. Dann lief bereits wieder Musik und das Licht wurde angeschaltet, aber so wollte man sich an dem Abend nicht abspeisen lassen. Schließlich hatten Thursday ja lange genug einen Bogen um Berlin gemacht. Und tatsächlich: Nach einer gefühlten Ewigkeit standen sie dann wieder auf der Bühne und legten mit "Autobiography Of A Nation" noch einmal richtig los. Ab da konnte man in lauter glückliche Gesichter schauen. Denn nach all den Jahren haben Thursday keinesfalls enttäuscht, waren vielleicht sogar ein ganzes Stück besser als im Kato. Da war auch zu verschmerzen, dass sie "Paris In Flames" tatsächlich nicht gespielt haben...

Julius Stiebert



Related Links

Alle Artikel zu Thursday
Homepage der Band
Zu den Kommentaren (8)






Interviews:

Thursday
03/2004


Thursday
05/2001



Reviews:


Common Existence
02.03.2009



Kill The House Lights
14.11.2007



A City By The Light Divided
30.12.2006



War All The Time
01.02.2004



Five Stories Falling
01.11.2002



Full Collapse
01.04.2001



Weitere Livereviews:

05 / 2004 in Berlin


© Waste of Mind 1999 - 2009