Kevin Seconds / Mike Scott
Cortina Bob in Berlin
Besucher: ca. 100 Leute - am 25.09.2009
 

Im September waren KEVIN SECONDS der Frontmann der legendären 7 SECONDS und MIKE SCOTT ehemals Bassist der Londoner PHINIUS GAGE zusammen auf einer kurzen Europatour und an diesem Abend machten sie auch Station in Berlin. Den Abend eröffneten die ESCALATOR HATERS aus der Schweiz, die 77 Punk im Stile der Briefs oder auch Shocks boten, allerdings mich nicht allzu sehr überzeugen konnten, wobei es aber auch ein wenig am etwas dürftigen Sound im Cortina Bob gelegen haben dürfte und es ja auch ein Kontrastprogramm zu dem war, was musikalisch an diesem Abend noch folgen sollte.

Nach kurzer Umbaupause war dann MIKE SCOTT dran, der auch schon vor der Auflösung seiner alten Band immer wieder zur Akustikgitarre gegriffen hat und in letzter Zeit vor allem in England recht aktiv ist. Er geht eher etwas ruhiger zur Sache und es war irgendwie sympathisch wie er leicht schräg auf der Bühne stand und seine Songs zum Besten gab. Was ihn nicht zuletzt auszeichnete war der markante Gesang, der ihn definitiv etwas heraushebt, aber vielleicht auch nicht immer jedermanns Sache sein könnte. Eine gute halbe Stunde gab es Songs mit vornehmlich politischen und sozialkritischen Texten zu hören, wobei aber ein Lied über die Frauen auch nicht fehlen durfte. Die Publikumsreaktionen war ganz gut,w enn auch noich etwas zurückhaltend.

Danach war dann KEVIN SECONDS dran, der sich sehr schnell als sehr sympathischer Typ und Entertainer herausstellte. Musikalisch ging er etwas schneller, lauter und Country beeinflusster zur Sache als bei Mike, wobei der aber nicht nur durch seine Songs überzeugen konnte, sondern auch durch seine Ansagen und die kleinen Geschichten die er immer zwischen den Songs erzählte. Die Atmosphäre war richtig gut und er hatte definitiv seinen Spaß auf der Bühne und so kam es auch das er richtig lang spielte. Zwischendurch wurden natürlich auch mal 7 Seconds Songs gefordert, wobei ihn das überhaupt nicht störte und er den einen oder anderen kurz anfing um dann allen klar zu machen, dass es er denkt das es nicht wirklich möglich ist die Klassiker adäquat akustisch wiederzugeben. Das es bei „Walk together, Rock Together“ aber doch geht, zeigte er gegen Ende des Sets und es war wohl nicht nur für mich das absolute Highlight des Abends. Danach folgten noch mehrere Zugaben, bis er irgendwann einfach keine Ahnung mehr hatte was er spielen soll und es schaffte sich im zweiten oder dritten Versuch von der Bühne zu stehlen. Eine sehr nette Show eines sehr sympathischen Zeitgenossen.

Kai Wydra



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