Schon gegen halb Neun begann die erste der insgesamt drei Vorbands in der noch ziemlich leeren Ding Dong Lounge. Einem Laden, dessen Name nicht unbedingt nach Hardcore klingt. Wobei sich weder die herumstehenden Tische noch die Stufen zum Bereich direkt vor der Bühne als wirkliches Hindernis erweisen sollten. Den Namen dieser ersten Band bekam ich nicht mit, was aber halb so schlimm war - sie spielten hauptsächlich Songs ihres Demos und die klangen alles andere als aufregend. Nur ein paar Leute standen vor der Bühne und brüllten die Texte mit.
Bei Blkout hingegen war ziemlich klar, was zu erwarten war. Die Australier waren ja erst vor kurzem zusammen mit Miles Away in Europa zu sehen. Und nachdem zu Beginn aufgetretene technische Probleme beseitigt waren, dauerte es auch nicht lange, bis die ersten Windmills vor der Bühne gesichtet werden konnten. Die Jungs stampften sich sicher durch ihre Songs, die zwar nicht sonderlich innovativ sind, aber doch irgendwie immer so sympathisch ehrlich klingen. Seitens des Blkout-Sängers gab es dann zwischendurch auch einen Kommentar bezüglich des mit 30 Dollar nicht gerade günstigen Eintrittspreises.
Es folgte eine längere Umbaupause, bis Carpathian aus Melbourne auf der Bühne standen. Und die Jungs konnten mit ihrem Sound und dem teils zweistimmigen Gesang wirklich überraschen. Als Locals wurden sie noch dazu vom Publikum entsprechend aufgenommen. Zu hören gab es vor allem etwas älteres Material und noch dazu kündigte die Band an, sich erst einmal eine Pause zu gönnen. Ein paar Songs von der Split mit Shipwreck A.D. gab es ebenfalls zu hören und es wäre schön, die Band auch mal wieder in Europa begrüßen zu dürfen.
Dann endlich bewegte sich alles auf das Highlight des Abends zu. Lange wurden Rise And Fall ja als Szenetipp gehandelt und waren ständig irgendwo in Europa zu sehen. Mittlerweile auf Deathwish gelandet, dürfte alleine das schon ein Indiz für die Klasse der Belgier sein. Und mit ihrem neuen Album "Our Circle Is Vicious" - eine der eindeutig besten Hardcore-Platten des Jahres - untermauern Rise And Fall eindrucksvoll, was man ihnen nachsagt: das sie eine der derzeit besten Hardcore-Bands Europas sind.
Und nun, zum ersten Mal in Australien, sollten sie auch hier unter Beweis stellen, dass sie noch dazu eine richtig gute Liveband sind. Wer Rise And Fall schon einmal gesehen hat, weiß wie das aussieht: Die Belgier legten gleich richtig und los und spielten ein unglaublich intensives Set, das nur von einigen Ansagen unterbrochen wurde. Und obwohl Sänger Bjorn Stimmprobleme anmeldete, gab es an seinem Gesang nichts auszusetzen - und auch der Sound in der Ding Dong Lounge war ausgesprochen gut. Zudem schaffen es Rise And Fall immer wieder, trotz nur einer Gitarre auch live einen ausgesprochen tighten Sound zu spielen. So dauerte es dann auch nur ein paar Songs, bis eine Gruppe Kids Bjorn von der Bühne riss um gemeinsam ins Mikro zu brüllen. Als Bjorn wieder auf der Bühne war, blieb das Mikro noch kurz im Pit. Absolutes Highlight des Sets: Das intensive "In Circles" kurz vor Schluss. Und der kam viel zu schnell. Ein Blick auf die Uhr verriet jedoch, dass Rise And Fall eine gute halbe Stunde auf der Bühne gestanden hatten. Die richtig gute Mischung aus alten und neuen Songs ließ die Zeit jedoch wie im Fluge vergehen. Gerne wieder!
Julius Stiebert