Frank Turner / Ghost Of A Chance
White Trash in Berlin
Besucher: Ca. 200 (Ausverkauft) - am 04.04.2011
 

Im Juni kommt die neue Platte, zudem stehen dann auch Support-Shows für Social Distortion an - kein Wunder also, dass die im Rahmen von Promotion-Aktivitäten angesetzte Handvoll kleiner Club-Konzerte von Frank Turner schnell ausverkauft war; wer weiß, wie oft man noch die Möglichkeit hat, den Mann in so kleinem Rahmen zu erleben. Eröffnen durfte aber zunächst mal Ghost Of A Chance aka Tobias Heiland, der 45 Minuten lang sehr angenehmen Singer-Songwriter-Pop und Folk zum Besten gab und durch sympathisches Understatement auffiel - etwa, in dem er betonte wie gerne er heute Vorband sei, da er ja so
kostenlos Frank Turner sehen dürfe. Die Cover-Version von "New England" hätte er sich zwar trotzdem sparen können - der Song wurde einfach schon zu oft neu eingesungen. Trotzdem ein gelungener Einstieg in den Abend.

Frank Turner übernahmn dann gegen 22 Uhr und hatte mit seiner gewinnenden Art von Beginn an das Publikum komplett im Griff - vielleicht abgesehen von einem kurzen Moment recht früh in der show, als er relativ genervt, aber trotzdem noch im netten Ton ein paar Typen vor der Bühne bat, doch endlich mit dem lauten Reden aufzuhören. Geboten wurden zahlreiche Songs vom kommenden Album, die auf den ersten Blick etwas ruhiger, aber auch textlich komplexer wirkten - von denen aber auch nciht nur das schon veröffentlichte "I Still Believe", sondern noch einige mehr wieder mit Sicherheit das Potenzial für kleine Hymnen haben. Sehr beeindruckend war auch ein Stück, das komplett ohne Gitarre vorgetragen wurde und in dem Turner mit anklagender Stimme und dramatischem Text fast schon ein wenig Mittelalter-Atmosphäre aufkommen ließ - und dabei mal wieder demonstrierte, wie vielseitig und gut seine Stimme ist.

Die bekannten Hits wie "The Road" oder "Dan's Song" fehlten aber natürlich auch nicht - bei letzterem durfte sich das Publikum im Simulieren einer Mundharmonika üben, da Turner das Instrument vergessen hatte. Auch sonst gab es gewohnt viele kleine Anekdoten zwischen den Songs - kleine Episoden von Chuck Ragan und Jon Snodgrass etwa oder durchaus unterhaltsame Geschichten, wie er versuchte mit deutschen Taxifahrern deutsch zu reden. Zum Schluss des Sets gab es die schon von früheren Auftritten bekannte Queen-Coverversion "I Want To Break Free", und als das Publikum auch nach dem regulären Zugabenteil mehr wollte wurde noch "Linoleum" von NOFX geboten. Um 23:20 Uhr war Schluss - und wohl jeder, der da war, freut sich jetzt noch ein bisschen mehr auf Anfang Juni, wenn "England Keep My Bones" offiziell erscheint.

Tito Wiesner



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Reviews:


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07.06.2011



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