Punkrock Bowling / Descendents / Me First and the Gimme Gimmes / Bouncing Souls
ein Parkplatz in Las Vegas
Besucher: ausverkauft - am 29.05.2011
 

Punkrock Bowling, Tag 2

Hatten wir gestern noch geglaubt, dass das Punkrock Bowling eine recht friedliche Veranstaltung ist (und das trotz der Besucher - nur zwei Schlägereien zwischen Frauen haben wir beobachtet), werden wir am zweiten Tag eines besseren belehrt. Plötzlich müssen Punks auf ihre Nietenjacken verzichten, und man darf keine Taschen mehr reinbringen. Mein Hinweis, dass ich meinen Rucksack für meine Kamera und mein Notizbuch brauche (die Nietenjacke ist zum Glück im Hotel geblieben), hilft nichts - wir müssen zurück und alles in Micheles Minirucksack packen.

American Steel verpassen wir deshalb, nachdem wir zuvor schon auf Johnny Madcap and the Distractions sowie auf Larry and his Flash verzichtet haben, um uns anderen Vergnügungen hinzugeben (wir sind weiterhin im Plus!). Larry and his Flash sollen gut gewesen sein, American Steel langweilig, erzählt einer der Jungs, die wir an diesem Wochenende kennengelernt haben.

The Black Pacific sind also die erste Band, die wir sehen. Schande über mich - ich kenne die nicht und habe erst jetzt gesehen, dass es sich dabei um die neue Band von Jim Lindberg (Pennywise) handelt. Es scheint vielen so zu gehen - jedenfalls entscheidet sich die Band mitten im Set, lieber ein paar Cover-Versionen zu spielen. "Superstar" von Pegboy, "Lost in the Supermarket" von The Clash und einen Jawbreaker-Titel gibt es. Pegboy, Jawbreaker und natürlich Pennywise - damit ist die Musik der Band gut umrissen. Black Pacific sind für mich bisher die Überraschung des Festivals - wenn die in Deutschland spielen, solltet ihr da hingehen.

Dass die Untertones gut sein würden, war keine große Überraschung - als die Band vor einiger Zeit in Berlin spielte, hatte ich noch auf die Show verzichtet, aber anschließend nur Gutes gehört. Paul McLoone mag zwar nicht Feargal Sharkey sein, aber er ist ein verdammt guter Sänger. Und ein bisschen englischer 77er-Poppunk (irischer, um genau zu sein) ist am Frühabend genau das Richtige. Die Band spielt natürlich die Hits "Here Comes The Summer", "My Perfect Cousin", "Jimmy Jimmy", "You've Got My Number" und vor allem "Teenage Kicks", aber auch die Titel, die ich nicht kannte, passen gut ins Set.

Bouncing Souls wiederum sind nicht meine Baustelle - ihr California-Punk klingt solide, aber für mich wenig interessant. Stattdessen gibt es also das einzige vegetarische Essen auf dem Festival: Eine gemischte China-Nudel- und China-Reis-Pfanne mit Frühlingsrolle (ich bin unfair, es gibt noch ein anderes vegetarisches Gericht - Pommes). Ich könnte jetzt das Essen rezensieren, aber das lass ich lieber.

Me First and the Gimme Gimmes sind anschließend der erwartete große Spaß. Sie spielen "Come Sail Away" von Styx (unser Favorit, Michele und ich lieben Styx ja) , "Me and Julio" von Simon & Garfunkel, "Country Roads" von John Denver, "Heart of Glass" von Blondie und viele Titel, an die ich mich nicht mehr erinnere. Barry Manilow fehlte, worauf sich Michele so gefreut hatte.

Aber natürlich warteten wir und alle anderen (Dave von Destiny und Fat Mike stehen am Bühnenrand, wobei Mike lieber mit seiner Angebeteten turtelte) vor allem auf eine Band - die Descendents. Berliner haben sie ja hoffentlich im April gesehen. Sieht so aus, als ob die Gruppe wieder stärker aktiv wird, in Kürze gibt es auch einen Gig in Toronto. Neue Lieder sind bei diesem rund 70-minütigen Konzert aber nicht zu hören.

Stattdessen… Fangen wir lieber damit an, was fehlt. "Wendy" und "When I Get Old" fehlen, was ich sehr bedauere. "Kabuki Girl" ist zum Glück einer der Zugaben, "Thank You" der Abräumer. Dazwischen ist aber so ziemlich alles zu hören, worauf ich mich gefreut habe, als klar war, dass die Descendents hier spielen würden (sie sind der Hauptgrund, warum wir gekommen sind!). "I'm Not a Loser", "Catalina" und "Suburban Home" sind von "Milo Goes To College" zu hören, "Silly Girl", "I Don't Want To Grow Up" von "I Don't Want to Grow Up, "Sour Grapes", "80's Girl", "Get The Time" und "Enjoy" von "Enjoy", "Clean Sheets", "Van" und natürlich die "All-O-Gistics" von "All", "Everything Sux", "Coffee Mug", "She Loves Me", "I'm The One" von "Everything Sucks", "She Don't Care" und "Cool To Be You" von "Cool To Be You". Wie bei All habe ich hier wiederum die Hälfte der Titel vergessen - ich war zu sehr mit singen beschäftigt.

Nach dem London-Debakel, als Milo nicht mehr singen konnte, scheint sich der Sänger gut erholt zu haben. Er ist bestens bei Stimme. Überhaupt ist die Band bestens drauf - All am Tag waren klasse, Descendents sind großartig (trotzdem verstehe ich nicht, warum die All-Club-Show nicht ausverkauft ist, während hier ein Großteil der Besucher auf die Descendents warteten).

Das Konzert ist übrigens gefilmt worden - nächstes Jahr soll "Filmtage", eine Doku über All und die Descendents erscheinen. Die Film-Crew hat zahlreiche Interviews mi Fans geführt (ich bin auch dabei!) und hat den offiziellen Segen der Band. Darauf freue ich mich schon jetzt. Wer noch altes Material hat, soll sich bei den Machern unter http://www.filmagemovie.com/Filmage.html melden…

Auf Club-Shows verzichten wir anschließend. Cock Sparrer und Untertones spielen noch, aber beide Shows sind ausverkauft. Wir gehen, reichlich beladen mit Descendents-Merch, ins Hotel… Heute geht's schließlich mit Cock Sparer, Agnostic Front, Leftover Crack und den Dwarves weiter….

Dietmar Stork



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Zu den Kommentaren (5)

#5 perky_jerk am 16.06.2011 um 19:54 Uhr
Descendents heute abend live downtown in Toronto, gut das
ich gleich ums Eck wohne, und noch besser das das ganze auch
noch umsonst ist!! Wenn ihr nen live review braucht, meldet
euch!! hmademedia.com
#4 Louisville Slugger am 10.06.2011 um 23:02 Uhr
Larry and his Flask
#3 Coffee Mug am 02.06.2011 um 16:03 Uhr
DESCENDENTS <3
#2 chef am 31.05.2011 um 10:19 Uhr
wer einschlafen will sollte unbedingt zu BlackPacific gehen
;-)
DESCENDENTS sind natürlich der Hammer!
#1 tobi am 30.05.2011 um 22:01 Uhr
Danke, toller Bericht. Und ich hoffe ja immer noch das ich
zumindest einmal im Leben die Descendents live sehen werde.
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