Gaslight Anthem, The / Twopointeight
Astra in Berlin
Besucher: Ca. 1.800 - am 22.06.2011
 

Eigentlich sollten Gaslight Anthem an diesem Abend ja den Support für Blink182 in der Berliner Wuhlheide übernehmen, die Pop-Punker hatten ihre Europa-Tour aber bekanntlich um ein Jahr nach hinten verschoben - angesichts von Dauerregen und starkem Gewitter wäre eine Open Air Show an diesem Tag allerdings ohnehin nur begrenzt unterhaltsam gewesen. Gaslight Anthem nutzen den frei gewordenen Termin jedenfalls für eine Headliner-Show, die einmal mehr bekräftigte, was die Band auch bei uns mittlerweile für einen Status hat - einen großen Club wie das Astra trotz Ticketpreisen von 26 Euro bis zur letzten Reihe mit einem äußerst bunt gemischten Publikum zu füllen ist schon eine beachtliche Leistung.

Eröffnen durften ab 21 Uhr Twopointeight, die in der Vergangenheit bereits einige Achtungserfolge bei kleineren Clubshows feiern konnten. Dieser Auftritt der Schweden war allerdings eher unspektakulär - offensichtlich wollte man sich der Hauptband annähhern und gab sich ein wenig reservierter - von der rohen Energie, die die Band durchaus auch besitzt, war nur wenig zu spüren. Insofern klang der hochmelodische Streetpunk immer so, als hätte man die Handbremse nicht gelöst, selbst eingängige Hits wie "Guds Hand" wirkten bestenfalls mittelmäßig; das kann die Band eigentlich besser.

The Gaslight Anthem legten nach kurzem Intro dann ab 22 Uhr los und spielten inklusive Zugaben einmal mehr fast zwei Stunden - über zu kurze Sets braucht man sich bei den Herren ja bekanntlich nicht zu beschweren. Der erste Teil der Show kam ohne großen Ansagen aus, man reihte Song an Song und in den meisten Fällen Hit an Hit aneinander, und bei Stücke wie "The '59 Sound" oder "Bring It On" sang auch der Großteil der Anwesen emphatisch mit. Erst in der zweiten Hälfte gab es dann längere Pausen, in denen Fallon einmal mehr auf sympathische Art und Weise betonte, wie dankbar er den Anwesenden für Ihr Erscheinen ist, wie sehr er den Erfolg genießt und eigentlich gar nicht fassen kann und wie wunderbar es ist, auf einmal die ganzen tollen Bands auf Festivals und Touren zu treffen, die man früher vergöttert hat. Die übliche Lobpreisung an Bruce Springsteen durfte natürlich ebenso nciht fehlen - diesmal wurde betont, wie Springsteen ihnen ja eingebläut hatte, dass man unbedingt immer wieder nach Europa muss, weil die europäischen Fans treu sind und einen auch nach einem schwächeren Album nicht fallen lassen würden.

Im Vergleich zu früheren Shows fiel allerdings auf, dass auch The Gaslight Anthem etwas an Tempo und Energie verloren haben. Vielleicht war das aber auch der Songauswahl geschuldet - auf viele schnellere Stücke wurde verzichtet, der Schwerpunkt lag oft auf den ruhigen und entspannten Nummern. Trotzdem kam ganz zum Ende dann nochmal das Hymnen-Feuerwerk - erst "Backseat", dann in der Zugabe unter anderem "American Slang" und natürlich "Great Expectations" zum Schluss; auch eine für Gaslight-Verhältnisse etwas schwächere Show ist eben immer noch ein verdammt gutes Konzert.

Tito Wiesner



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Zu den Kommentaren (6)

#6 26 am 03.07.2011 um 03:04 Uhr
das doch fast schon wenig heutzutage.
#5 Olli am 28.06.2011 um 20:33 Uhr
ja, aber für nur 24 EURO !! :D
Ja, war schon gut, des
Konzert. Setlist hätte man besser mischen können, war ja
doch seeeeehr 59 Sound lastig, aber sowas kann man immer und
nur subjektiv bemängeln. Hat sich jedenfalls gelohnt, vor
allem bei der Länge des Sets (und Blink 182 musste ich mir
auch nicht antun)
#4 Kutte Karl am 28.06.2011 um 08:23 Uhr
"einen großen Club wie das Astra trotz Ticketpreisen von 26
Euro bis zur letzten Reihe mit einem äußerst bunt gemischten
Publikum zu füllen"

Hab ich was verpasst oder haben die
Jungs nicht erst vor ein paar Monaten die C-Halle
ausverkauft?!?
#3 orp am 27.06.2011 um 08:49 Uhr
Das Konzert in Hamburg war weltklasse mit einer
Traumsetlist. Da muss man nichts gutreden, TGA ist
mindestens genauso stark wie vor 3 Jahren, nur eben
inzwischen sehr erfolgreich.
#2 el pogo am 25.06.2011 um 23:44 Uhr
ich hab das gefühl, dass sich alle diese band gerade
gutreden...
#1 am 23.06.2011 um 16:39 Uhr
meine letztes war in köln. und das gestern fand ich echt
knorke. und trotz der größe fand ich den laden eigentlich
recht entspannt. was man z.b. vom e-werk nicht behaupten
kann.daumen hoch. auch dafür dass sie die ganze esnor queen
ep gezockt haben.
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Reviews:


The American Slang
15.07.2010



The 59 Sound
28.09.2008



Weitere Livereviews:

06 / 2008 in Berlin

06 / 2008 in Berlin

09 / 2007 in Leipzig


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