Turbonegro / Amulet / Turbo ACs, The
Columbiahalle in Berlin
Besucher: ca. 1500 - am 25.05.2003
 

Nun gut, Turbonegro sind sicherlich eine der spektakulärsten Rockbands derzeit und für ihre fantastische Live-Show berühmt - aber rechtfertigt das einen Eintrittspreis von 22 Euro und T-Shirts für 25 Euro? Definitiv nicht, dachten sich wohl eine ganze Reihe potenzieller Konzert-Besucher und glänzten an diesem Sonntag-Abend mit Abwesenheit, sodass die Columbiahalle gerade mal zur Hälfte gefüllt war. Die Empore wurde somit gar nicht erst geöffnet, und die Turbo Acs mussten gegen 20 Uhr vor recht wenigen Anwesenden eröffnen. Ihre Sache machten sie aber trotzdem recht gut, auch wenn die Surf-Einlagen auf Grund des miesen Sounds eher untergingen und diese Art von Punkrock in kleinen Clubs einfach deutlich besser aufgehoben ist als in so einer Riesenhalle.

Amulet dagegen, die für die kurzfristig ausgefallen Division Of Laura Lee einsprangen, hatten offensichtlich gar keine Probleme mit der großen Bühne und lieferten eine furiose und mitreißende Show ab. Größtenteils gab es Material von "Freedom Fighters" zu hören, aber auch ein paar Songs von der neuen, für August angekündigten Platte wurden geboten. Vom Old-School-Sound der frühen Tage haben sich die Osloer endgültig gelöst, dem harten Rock merkt man aber immer noch die Energie des Hardcore an - eben deshalb strotzte das Ganze nur so vor Energie, zumal der Frontmann auch wie ein Derwisch die Bühne bearbeitete.

Bereits gegen 21:45 Uhr wurde dann das Intro von Scandinavian Leather eingespielt und die Denim Demons betraten die Bühne - von den Fans natürlich von Beginn an frenetisch gefeiert. Es folgte ein guter, aber auch wenig routinierter, 75 Minuten langer Gig, bei dem man ein wenig das Gefühl hatte, dass die Herren bei der letzten Show ihrer Deutschland-Tour doch etwas ausgebrannt und übermüdet waren. Klar, musikalisch gab es nichts zu meckern, alle Hits wie Prince Of The Rodeo, Get It On, Self-Destructo-Boots oder I Got Erection (als krönender Abschluss) wurden gespielt. Aber wenn Hank die ersten Reihen mit einem Eimer voll Kunstblut einsaute, sie hinterher mit den Federn eines zerrissenen Kissens weiter verunstaltete und sich schlussendlich die bekannte Wunderkerze in den Hintern steckte, wirkte das doch ein wenig unmotiviert, um nicht zu sagen wie "Business As Usual".

Das eigentliche Highlight war somit der Gastauftritt des Amulet-Sängers, der zwischenzeitlich demonstrierte wie der neue, am Merchandise-Stand zum Verkauf angebotene Turbonegro-Mini-Jeansrock denn getragen aussieht - wobei er außer diesem natürlich nichts anhatte. Ein netter Abend war es trotzdem allemal, aber Turbonegro in Bestform sind zu weitaus mehr in der Lage.

Tito Wiesner



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