Wie jedes Jahr am 21.06. fand auch dieses Jahr an dem Tag des offiziellen Sommerbeginns auch dieses Jahr in Berlin die Fete de la Musique statt. Allerdings stand sie dieses Jahr eigentlich nicht unter dem allerbesten Stern, da die ÄRZTE sich genau diesen Tag für ihr großes Jubiläumskonzert ausgesucht hatten. Wer die Fete de la Musique nicht kennt, dem sei gesagt, dass Clubs oder auch Zeitschriften wie das Uncle Sallys überall in der Stadt verteilt Bühnen aufstellen und dort Bands spielen lassen, die umsonst oder für wenig Geld auftreten. Finanziert wird die ganze Sache durch die Getränkeumsätze, da aber die Ärzte schon über 30.000 Leute zogen traute sich dieses Jahr niemand so richtig Rockbühnen zu machen, bzw. etwas bekanntere Bands zu holen und z.B. im Mauerpark spielten dieses Jahr nur Hip Hop und Reggae Bands, nachdem in den letzten Jahre die Beatsteaks oder H20 den Park gerockt haben.
So entschloss ich mich dann auch noch recht kurzfristig doch zu den ÄRZTEN zu gehen, da es nicht allzu viele Alternativen gab, wobei wir uns nach dem Fußball spiel erst mal aufmachten und in die Wienerstr schauten, wo vor dem Wild at Heart gerade eine Surf Band spielte und unweit des Wiener Bluts gerade das Punkrock Mobil Station machte auf dem unter anderem DISASTER AREA und die BAD BRIANS unterwegs waren. Kurz vor 19 Uhr machten wir uns dann auf zum Mariannenplatz, der schon gerammelt voll war. Zwar war dort eine recht große Bühne aufgebaut, aber durch Unebenheiten des Platzes und auch diverse Bäume, konnte man wohl nur von der Hälfte des Platzes überhaupt die Bühne sehen, wobei als Ersatz zwei Videoleinwände aufgebaut waren und wohl gut die Hälfte der Anwesenden folgten dem Konzert auch nur über diesen.
Zu Beginn waren wir weiter vorne, so dass wir auch etwas von der Bühne sahen, als die ÄRZTE loslegten. In den nächste drei Stunden folgte ein Song dem nächsten, wobei sie auch verdammt viele Lieder spielten, die ich gar nicht kannte und mit der Zeit fand ich es ehrlich gesagt fast ein wenig ermüdend und langweilig und nur wenn zwischendurch mal wieder ein Hit kam, steigerte sich meine Laune schlagartig, bevor sie sich dann wieder absenkte. Etwas arrogant fand ich dann doch ihre Antworten und Witze, über den Vorwurf/ Fakt das sie mit ihrem Konzert der Fete de la Musique mehr schaden als nutzen und da hätte ich von ihnen eigentlich mehr Einsicht und Verständniss erwartet. Nach gut 1,5 Stunden hatten wir erst mal genug und machten es uns auf einer Wiese gemütlich und die letzte halbe Stunde verfolgten wir dann noch auf einer der Videoleinwände. Eine ganze Reihe Hits hatten sie sich für den Schluss aufgehoben, wie z.B. "Männer sind Schweine" bei dem auch von der Lemonbabies Sängerin unterstützt wurden, die schon auf der Platte mit dabei war und auch Westerland oder "Zu spät" kamen noch. Zwar war die Stimmung insgesamt nicht schlecht, aber auch lange nicht so gut, wie vor gut einem Jahr als ich sie in der Wuhlheide sah und so komisch es klingt, hatte ich das Gefühl das die Leute vor den Videoleinwänden fast mehr Spaß hatten, als die weiter vorne bei der Bühne.
Danach wollten wir eigentlich den Heimweg antreten, doch vor der Hautür überlegten wir uns es dann doch anders und machten noch einen Abstecher zur Milchbar um die Ecke, wo das Punk Rock Mobil mittlerweile angekommen war, in der zweiten Reihe parkte und die Urgesteine von DISASTER AREA gerade spielten. Nach gut einer Viertelstunde zogen wir dann weiter in die Wienerstr. , die übrigens von der Polizei gesperrt wurde, da die Leute nicht genug Platz auf den kleinen Bürgersteig hatten, auf dem auch die Bühnen aufgebaut waren und kurze Zeit später war dann auch die Oranienstr. dicht. Vor dem Wild at Heart spielten gerade die PEACE BROTHERS die mir um einiges besser gefielen, als auf ihrer vor kurzem auf Wolverine erschienen CD und bei ihrem auftritt bei KenFM (einer Berliner Radiosendung mit Livebands). Die drei schon etwas älteren Herren bieten ihre völlig eigene Versionen von älteren mehr oder weniger bekannten Hits und sorgten für einen coolen Abschluss des Abends.
Kai Wydra