Alkaline Trio / Crackout
Knaack in Berlin
Besucher: ca. 120 - am 27.11.2001
 

Man ist als Berliner ja daran gewöhnt dass das Hauptstadt-Publikum nicht gerade zu den eifrigsten und enthusiastischsten Konzertgängern gehört, wenn man allerdings mit ansehen muss, wie langsam sich der Knaack-Club an diesem Abend füllte, konnten einem schon die Tränen kommen. Warum sollte man auch zu diesem Konzert gehen, ist doch schließlich nur das Alkaline Trio. Gut, die haben zwar eine der besten Emo-Punk-Scheiben des Jahres gemacht und waren zum ersten Mal überhaupt in Deutschland, aber das allein ist ja wohl noch kein Grund das gemütliche Heim zu verlassen....

Die britischen Crackout, die an diesem Abend eröffnen durften, waren dann auch alles andere als zu beneiden, denn viel mehr als 20 Leutchen verirrten sich wohl nicht in der Örtlichkeit als es um 21 Uhr losging. Das Trio spielte aber trotzdem munter drauf los und sorgte trotz der gähnenden Leere für das erste Lächeln auf den Gesichtern der paar Anwesenden: Melodischer, flotter Emo-Pop-Rock, viele eingängige Melodien und schön nach vorne gespielt - diese Band könnte demnächst in weitaus größeren Hallen zu bewundern sein, denn die können was, auf die Platte sollte man gespannt sein.

Tja, und was soll man zum Alkaline Trio schon groß sagen außer dass sie einfach live genauso fantastisch sind wie auf Platte? Trotz eines ziemlich dreckigen Sounds wurde 45 Minuten lang das Haus gerockt, wobei die Songs des Knaller-Albums "From here to Infirmary" ganz klar im Mittelpunkt standen. Egal ob der Opener "Private Eye", das schöne "Stupid Kid" oder mein persönlicher Über-Song "Armageddon", diese drei Jungs zeigten wie Spielfreude aussehen muss, auch wenn der Raum immer noch alles andere als gut gefüllt war und sich vor der Bühne nicht besonders viel tat.

Sollte sich jetzt also doch jemand zurecht darüber ärgern, dass er diesem Konzert fern blieb, darf er sich zumindest auf Anfang nächsten Jahres freuen - dann werden Alkaline Trio nämlich nicht nur Blink 182 supporten, sondern auch wieder eine Reihe von Club-Shows hierzulande spielen. Nette Geste, schließlich hat ja nicht jeder Lust 60 DM für die Blink-Jungs hinzublättern, bloß, um dann Alkaline Trio im Vorprogramm zu sehen....

Tito


Ja, hab ich da die neuen JAWBREAKER gesehen, oder was ?!! Sympathisch, rockig, mitreißend... Hammerkonzert! (steven)


Berlin, was ist los? Ich habe echt gedacht es hätte sich etwas geändert und die Berliner wüßten endlich gute Konzerte zu schätzen! Und dann kommen zu einem der Konzerte des Jahres nur eine Hand voll Leute. Schade die Bands hätten eindeutig mehr Aufmerksamkeit verdient.

Es ging bereits um 21.00 mit der britischen Band Crackout los. Die werden in Großbritannien relativ hoch gehandelt. Das Kerrang hatte sie als einen der Acts bezeichnet, der im Jahre 2001 seinen großen Durchbruch haben sollte. Die Show war solide. Viele der Anwesenden nahmen die Punksongs (mit ein bischen Get Up Kids Einfluß) dankbar an und wippten amüsiert mit den Köpfen. Als Anheizer ganz gut, aber auch nicht weltbewegend. Lediglich der Pullover des Bassisten war Superklasse.

Nachdem dann doch noch einige Leute ankamen, begannen Alkaline Trio pünktlich um 22.00 Uhr mit ihrem Set. Und das wurde gleich mit dem eingängigsten Song der letzten Platte eingeläutet! Natürlich mit "Private Eye". Ein genüßliches Grinsen machte sich auf den Gesichtern der Anwesenden breit. Alles wippte mit und war doch relativ gefangen von der druckvollen Show der Jungs aus Chicago. So richtig Bewegung kam zwar nicht auf, was Band und Publikum jedoch kaum störte. Ein Höllenspaß hat es allemal gemacht. Das Set bestand aus einer Reihe Songs vom letzen Album "From Here To Infirmary", aber auch alte Songs wurden zum Besten gegeben. Nach ca. einer Stunde war dann das Set samt Zugaben beendet und sämtliche Anwesenden verließen, nachdem sie den Merchstand geplündert hatten, zufrieden und gut unterhalten den Club.

Tja Berlin es gibt einfach keine Entschuldigung! Da hättet ihr dabei sein müssen!!! Ihr bekommt aber noch eine Chance! Alkaline Trio werden wohl gemeinsam mit Jimmy Eat World die Blink 182 Tour im Januar supporten. Und wie bemerkte einer der Gäste:" Da bekommt man drei tolle Bands, aber leider in umgekehrter Reihenfolge. Die Beste spielt wohl zuerst!" Meinungen wie immer an Soeren@Beatsteaks.de .


Da schon fast alles gesagt wurde kann ich mich kurz fassen, "From here to Infarmary" ist neben der Strike Anywhere meine Platte des Jahres und auch live liessen sie nichts anbrennen. Verdammt symphatisch war auch Sänger Matt, der nachdem wir ihm im Interview erzählt hatten, dass der Abendkassen preis bei 28 DM liege und Freund von uns deswegen nicht kommen konnten, zu einem für sie noch Gästelistenplätze zur Verfügung stellte und zum anderen den Eintrittspreis auf 22 DM senken liess, was wahrlich nicht jede Band macht und mehr als Großartig ist! Hammerabend!!!

Kai Wydra



Related Links

Alle Artikel zu Alkaline Trio
Homepage der Band
Zu den Kommentaren (0)






Interviews:

Alkaline Trio
03/2010


Alkaline Trio
05/2003


Alkaline Trio
12/2001


Alkaline Trio
05/2001



Reviews:


Damnesia
21.07.2011



This Addiction
22.02.2010



Agony & Irony
20.06.2008



Goddamnit (ReRelease)
25.04.2008



Remains
06.02.2007



Crimson
30.05.2005



Halloween at the Metro DVD
01.08.2003



Good Mourning
01.07.2003



From here to Infirmary
01.04.2001



s/t
01.08.2000



Weitere Livereviews:

05 / 2010 in Berlin

05 / 2008 in B-Meerhout

11 / 2005 in Berlin

08 / 2005 in München

11 / 2001 in Hamburg

06 / 2001 in USA - St. Andrews


© Waste of Mind 1999 - 2009