Entweder habe ich es früher einfach nicht mitbekommen, oder es geht einfach mittlerweile mehr in meiner alten Heimat, wobei die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen dürfte. Kaum war ich mal wieder am Bodensee angekommen, schon machten die Turbo ACs ein paar Kilometer weiter halt, so das ich natürlich gar nicht anders konnte als hinzugehen. Ein paar bekannte Gesichter traf man dann auch, nicht zuletzt weil das Konzert zugleich die Release Party des zweiten Spiderweb Samplers werden sollte, aber dummerweise kam er auf Grund eines Lieferfehlers erst einen Tag später an, so dass es eben eine Release Party ohne CD gab.
Den Auftakt machten PSY 9 aus Wien, wobei mich die Drei aber nicht allzu sehr begeistern konnten und so ging ich recht schnell raus um noch ein bisschen zu quatschen. Da gefielen mir RODRIGUEZ, ebenfalls aus Österreich schon um Längen besser! Das ZEKE Shirt des Sängers gab eindeutig die Richtig vor und so gab es schnellen Rock'n'Roll mit Punk und Metal Ausflügen auf die Ohren, der sich nicht zu verstecken braucht!
Ob die Surfaholics jetzt schon mal live gesehen habe, oder die Demos und die beiden Besuche im Proberaum die "einzigsten musikalischen Begegnungen" mit ihnen waren, fällt mir jetzt nicht mir ein, aber trotzdem kann ich ohne Zweifel sagen, dass sie sich tierisch verbessert haben. Nicht nur die neuen Songs kicken um einiges mehr, sondern auch live machten sie schön was her und Bernd zeigte das er alle Regeln des rumposens gelernt hat. Musikalisch gehen sie immer mehr in Richtung Punk'n'Roll, was auch gut so ist, nachdem ich sie vor zwei Jahren noch als etwas uninspirierte Hardcore Punk Band kennengelernt habe.
Danach betraten die TURBO ACs die Bühne und nach dem grandiosen Konzert im Februar in Berlin erwartete ich mir einiges und wurde erst mal maßlos enttäuscht, was aber nicht an ihnen lag, sondern an dem mehr als lahmen Publikum. Bei den ersten zwei Songs bewegten sich gerade mal drei Leute während sich im Wild at Heart damals die Leute schon fast die Köpfe eingeschlagen haben und dazu kam auch noch, dass das Licht nervte und auch die Temperaturen immer weiter stiegen. Innerlich hatte ich das Konzert schon abgeschrieben, als die ersten dann doch anfingen zu pogen und innerhalb von zwei Songs, sprang dann der halbe Raum und auch die Drei auf der Bühne hatten dann natürlich sichtlich mehr Spaß. So wurde ihr Konzert doch noch ganz cool (wenn auch nicht perfekt), wobei ich mich irgendwann völlig durchgeschwitzt mal nach draußen begeben musste und mir die letzten Songs vom Eingang aus gab, da ich es drinnen nicht mehr aushielt. Netter Abend, nicht mehr und nicht weniger.
Kai Wydra