Als ich auf der Webseite des englischen Tourbookers gesehen habe das CHRIS MURRAY die RX BANDITS auf deren aktueller Europatour begleitet, habe ich mich erst mal ziemlich gefreut. Als ich dann zufällig das Wild at Heart am Telefon hatte und gefragt habe wieso er nicht gelistet ist, kam die Ernüchterung, da noch eine andere Band ins Wild at Heart gebucht war, würde er wegen dem knappen Zeitplan nicht auftreten können. Also selbst ist der Mann und so haben wir Kontakt zu ihm hergestellt und in die Galerie Knoth und Krüger in der Oranienstr. gepackt. Gegen 18.30 holte ich ihm deshalb ab, der Soundcheck war auch schnell erledigt, da es ja nur zwei kleine Verstärker für Gesang und die Gitarre gab und noch nicht mal ein Mischpult. Was uns genau erwartete wusste ich selber nicht, zwar kannte ich natürlich seine Platten, aber dort spielt er auch noch weitere Instrumente ein. Das man aber als Singer/ Songwriter auch Ska/ Rocksteady zum besten geben kann, bewies er an diesem Abend aber eindrücklich und überzeugte auch ein paar Freunde von mir die fast schon wieder gehen wollten, als sie sahen das er nur ganz alleine spielt da die ganzen Emokram nicht abkönnen und so etwas erwarteten. Da lagen sie aber gründlich falsch.
Gegen 20.30 hatten sich ungefähr 40 Leute in der Galerie eingefunden die eine lustige, gut gefüllte und schöne Kulisse abgab. Das einzigste was bei einem Teil der Songs vielleicht noch gefehlt hätte wäre eine Trommel gewesen die den Rhythmus verstärkt, denn obwohl die Stimmung großartig war, liessen sich die Leute nicht wirklich animieren auch während der Songs zu klatschen. Wieso ist schwierig zu sagen, aber vielleicht kann man es wieder auf das Berlin Phänomen schieben, denn aufgefordert wurden sie mehr als einmal. Im Laufe des Gigs zeigte Chris auch seine Entertainer Fähigkeiten, brachte die Leute mehr als einmal zum lachen und holte auch ein paar kurze Anekdoten heraus. Zu hören gab es Songs von allen drei Alben, sowie ein paar Cover oder Songs die er zusammen mit anderen Musikern geschrieben hat, wie z.B. Hepcat oder den Specials. Highlights für mich waren sicherlich „One Everything“ oder „Dinosaur“ und er ließ es sich auch nicht nehmen den Anwesenden noch ein Live-Premiere eines neuen Songs zu präsentieren. Nach drei Zugaben und um die 75 Minuten (wenn nicht noch mehr) wurde das Konzert dann beendet und es dürfte wohl kaum einen geben, der nicht der Meinung war das es ein cooler Abend war und Chris hat sich in Berlin definitiv einige neue Freunde und Fans an diesem Abend gemacht. Ende Dezember wird er übrigens für ein paar Termine wieder in Deutschland zu sehen sein!!!
Kai Wydra