Me First and the Gimme Gimmes / Alkaline Trio / No Comply (UK)
Elserhalle in München
Besucher: ausverkauft - am 31.08.2005
 

Da kommt das allmächtige ALKALINE TRIO endlich wieder in meine Gegend und dann nur als Support von ME FIRST & THE GIMME GIMMES, welche ich zwar auf Cd ganz amüsant finde, aber wegen denen ich nicht extra nach München gefahren wäre. Aber 15.- Eintritt sind für heutige Verhältnisse fair und außerdem hieß es auch vom Veranstalter, dass es sozusagen eine Doppel-Headliner Show sei und ALKALINE TRIO ihr reguläres Set spielen werden.

Wir kamen ausnahmsweise mal viel zu früh in München an der Elserhalle an und so tranken wir noch 2 gemütliche Augustiner, währen sich der Platz vor der Halle schon mit der typischen Schar Fatwreck Jünger füllte. Man merkte aber schon, dass für nicht wenige an diesem Abend eher das Trio aus Chicago die Hauptband waren.

Als wir so kurz vor neun in die Halle kamen waren die Engländer von NO COMPLY schon auf der Bühne und boten Hardcorepunk mit Bläsereinsatz und einer sehr energiegeladenen Sängerin. Alles andere als schlecht, aber nicht unbedingt meine Tasse Tee. Vor der Bühne vergnügten sich auch schon einige im Moshpit und so konnten NO COMPLY wohl sicher ein paar neue Fans gewinnen.

Nach ca. einer halben Stunde Wartezeit sicherte ich mir einen Platz vor der Bühne und kurz darauf ertönte dann das Klavierintro von „Time to waste“ und man merkte leider gleich, dass die Gitarre mehr als schlecht zu hören war. Sonst war der Sound aber fett und die Band machte gleich mit „We’ve had enough“ weiter und nach einer kurzen Ansage gab’s mit „Maybe I’ll catch fire“ vom gleichnamigen Album den ersten Song mit Dan am Mikro zu hören. Es folgte eine Aneinanderreihung ihrer Hits von allen Alben. Das Hauptgewicht lag zwar deutlich auf den Songs von „Crimson“ („Mercy Me“, „Burn“, „Sadie“...), aber es gab auch ältere Kracher wie „I lied my face off“ oder „Private Eye“ und „Stupid Kid“ zu hören. Auch „Jaked on green beers“ vom ersten Atticus Sampler war im Set! Die Band war sichtlich gut gelaunt und gönnte sich kaum eine Verschnaufpause. Auch Matts Stimme klang voll und die Band war sehr tight. Nach ca. 45 Minuten endete eine klasse Show mit „This could be love“. Zugaben gab’s leider keine und ich war wohl nicht der einzige, der noch gerne ein paar Songs gehört hätte. Gefehlt haben mir vor allem „Radio“ und „Goodbye forever“, aber bei der Hitdichte kommt halt nicht alles zum Zug. Ihre erste Show auf europäischem Festland 2001 in München bleibt für mich unerreicht, aber das ist mehr subjektiver Natur. Sympathisch auch die Merchpreise von 10.- für ein Shirt und 20.- für einen Zipper.

Die GIMMES ließen sich ordentlich Zeit bis Joey Cape endlich das Intro spielte und die Könige der Punkcovers loslegten. Die Temperatur in der Halle war zu diesem Zeitpunkt schon kriminell, aber frische Luft schnappen ging nicht: Kein Wiedereinlass!!! Die Band ratterte „ihre“ Hits runter und die Leute waren nicht mehr zu halten. Musikalisch alles super gespielt, auch wenn Fat Mike wie immer recht unkoordiniert am Bass rumschrubbte und mehr als einmal mit seinen ironisch-witigen Publikumsbeleidigungen glänzte. Ständig gab es Ansagen wie „This next song is a cover...“ oder „You’re the people who love unoriginal music the most...blabla”. Und über andauernde “cocksucking” Sprüche konnte ich irgendwie auch nicht lachen. Als es dann hieß der nächste Song sei extra für München „because we love gay people“ und das Publikum mit lauten Buhrufen reagierte, war auch klar wie der durchschnittliche Besucher des Konzerts gepolt ist. Nach geschätzten 60 Minuten war es dann auch wieder vorbei.

Fazit:
ALKALINE TRIO waren wie immer Hammer, aber ich hätte doch mal gerne wieder eine Headlinershow von ihnen. GIMMES gingen ok, aber die hör ich nach wie vor lieber gemütlich beim Grillen oder auf ‚ner Party. Angesichts des TRIOs und dem fairen Eintritt aber ein cooler Abend!

Flo



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