Boysetsfire / Tribute To Nothing
Underground in Köln
Besucher: 500 (ausverkauft) - am 14.12.2005
 

Heute war ich schon um 18 Uhr am Underground, da ich dem Waste heute mal fremdging und wegen Krankheit ein Interview fürs Slam Zine übernommen hatte. Boysetsfire befanden sich noch beim Soundcheck, so sagte ich erst einmal den Jungs von Tribute to Nothing Hallo die ich auch schon länger nicht mehr gesehen hatte. Auch der Fotograf George Dubose (www.george-dubose.com schauts Euch an ! Großartiger Fotograf!!!) war schon da und wartete bereits eine halbe Stunde auf den Fototermin mit Boysetsfire, also vertrieben wir uns die Zeit mit Bier trinken und quatschen. Die Band und Tourmanager Gero waren gestresst, viele Interviews und gleichzeitig noch Aufnahmen zur neuen Boysetsfire DVD, die zusammen mit dem neuen Album erscheinen wird.

Um 20 Uhr waren dann sowohl Interview als auch Fotosession beendet und man durfte sich auf ein großartiges Konzert freuen. Zum einen endlich noch mal Tribute to Nothing live sehen, zum anderen noch einmal Boysetsfire in einem kleinen ausverkauften Club, das konnte eigentlich nur gut werden.

Tribute to Nothing gingen um 21 Uhr auf die Bühne und starteten ihre wie immer energiegeladene Show. Auch 3 neue Songs wurden gespielt, die man in Deutschland bisher noch nicht zu hören bekommen hatte. Die 4 Engländer gingen mal wieder gut ab und auch den ca. 500 anwesenden Zuschauern schien es zu gefallen. Doch wie sagt man so schön „Wo gehobelt wird fallen Späne“ und so wurde nach ca. der Hälfte des 30minütigen Sets das Konzert durch ein unschönes Geschehnis unterbrochen. Sänger und Gitarrist Sam hatte wohl beim Abgehen ausversehen seinem Bruder Jim die Gitarre vor den Kopf geschlagen, er blutete und musste sich wegen Übelkeit erst einmal setzen. Nach einer sehr kurzen Pause wurde jedoch wie es sich gehört das Set zu Ende gespielt, auch wenn Basser Jim im Sitzen und unter Schmerzen weiterspielen musste. Danach ging es dann auf ins Krankenhaus, wo die Wunde mit 3 Stichen genäht wurde...also ein recht harmloser Arbeitsunfall. Warum müssen sich die Jungs auch immer gegenseitig weh tun ?

Nach ca. 20 minütiger Umbaupause waren Boysetsfire an der Reihe. Wie immer ertönte der altbekannte Opener „After the Eulogy“, direkt gefolgt von „Release the dogs“, die Menge war natürlich nicht mehr zu halten. Heute war sogar eine Kleine Absperrung vor die Bühne gebaut worden, was ich im Underground bis dahin noch nie gesehen hab. Dies hielt die Fans allerdings nicht davon ab genüsslich von der Bühne zu springen. Es war eine Freude Boysetsfire noch einmal in so einer Atmosphäre erleben zu dürfen, wo man sie ja sonst nur noch in 1500er Hallen oder auf Festivals zu sehen bekommt. Auch vom kommenden Album „The Misery Index: Notes from the plaque years“ wurden einige Songs zum Besten gegeben. So zum Beispiel auch „So Long...And Thanks For All The Crutches“ der wahrscheinlich abgefahrenste Track auf dem neuen Album, denn hier hört man Bläser, Klavier, HipHop und Elektro Elemente. Die Bläser wurden jedoch live durch Nathans Stimme simuliert und die Samples sparte man sich ganz...wäre live auch sicher ein wenig blöd gekommen. In der Mitte des Sets kündigte Nathan an, dass sie sich heute das lästige rausgehen und wieder reinkommen zur Zugabe sparen würden um keine Zeit zu verlieren. Sie haben daher lieber mehr Songs auf die Setlist gesetzt und knüppelten geschlagene 90 Minuten durch. Nur unterbrochen durch 2 Akustikversionen von Songs des neuen Albums. Großartige Show. Das Underground hatte sich mittlerweile zu einem großen, heißen Moshpit verwandelt, ich kann es nur wiederholen: Großartig ! Abgeschlossen wurde das Spektakel natürlich mit dem Allzeithit „Rookie“ bei dem sich selbst der letzte Bewegungsmuffel wenigstens ein Kopfnicken nicht verkneifen konnte. Die Securities hatten alle Hände voll zu tun, dem Stagediver Ansturm standzuhalten. Ich verabschiedete mich noch kurz und machte mich auf um meine Bahn zu bekommen. Ein wirklich gelungener Abend, der mich den beschissenen Arbeitstag locker vergessen ließ. Ich kann nur jedem empfehlen sich das neue Album zuzulegen, welches im Februar 2006 erscheint denn das ist mal richtig gut! (Review folgt)

Björn Supplie



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The Misery Index: Notes From Plague Years
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