Nach dem Hit-Album Playmate Of The Year hätte man ja eigentlich davon ausgehen können, dass Zebreahead eine lange Karriere als Pop-Punk-Superstars bevor steht, diverse interne Querelen, Probleme mit dem Label und dergleichen mehr ließen die Band allerdings vorübergehend abstürzen - das Album MFZB floppte, und mit dem großen Plattenvertrag war es auch erstmal vorbei. Die aktuelle Platte "Broadcast To The World" stellt jetzt eine Art Neuanfang dar: Zebrahead kehren zu ihrem alten Sound zurück, haben aber auch endlich wieder ein gutes Händchen für extrem eingängige Melodien - und der neue Sänger erinnert stimmlich so sehr an den alten, dass eigentlich alles wieder wie früher sein könnte.
Die Betonung liegt allerdings auf "eigentlich", denn mehr als 150 Leute werden es an diesem Abend nicht gewesen sein, die sich zum Berliner Gastspiel von Zebrahead eingefunden hatten. Die ließen sich davon die Stimmung aber nicht vermiesen: Ab dem eröffnenden Titeltrack des neuen Albums war die Stimmung auf und vor der Bühne bestens. Das knapp einstündige Set bestand vor allem aus aktuellen Songs: Postcards From Hell, Anthem, Rated U For Ugly oder Wake Me Up entpuppten sich auch live als absolute Partysongs, dazu gesellten sich aber natürlich auch die größten Hits vom Playmate-Album - natürlich inklusive Playmate Of The Year, bei dem das Publikum immer nach dem "Uh" der Band laut "Scheiße" brüllen sollte (und dieser Aufforderung auch brav nachkam).
Überhaupt war der Humor der Band eher prä-pubertär: Besonders eifrigen Fans versprach der Sänger etwa Blowjoybs - natürlich nicht von ihm selbst, sondern vom Gitarristen ausgeführt. Zwischendurch sollten sich alle hinknien und dann beim Songbeginn aufspringen - keine neue Idee, es spricht aber für Zebrahead, das sie wirklich den gesamten Magnet dazu bewegten, dabei mitzumachen.
Insgesamt wirkte die Band eben auch ungemein sympathisch und ging beständig auf die Wünsche des Publikum ein; während der Zugabe gab man etwa auf heftiges Drängen auch "Now Or Never" zum Besten, obwohl die Band den Song eigentlich gar nicht geplant hatte zu spielen, und auch auf das berühmt-berüchtigte Spice Girls-Cover wurde nicht verzichtet. Im März will die Band übrigens bereits das nächste Mal auf deutschen Bühnen stehen - wenn die Welt gerecht ist, werden dann deutlich mehr Leute den Konzerten beiwohnen und die Songs mitsingen.
Tito Wiesner