Fete de La Musique / Donots / F-Three / Gaslight Anthem, The
in Berlin
Besucher: ca. 5000 (Mauerpark) / ca. 300 (Cassiopeia) - am 21.06.2008
 

Nachdem die Fete de la Musique im letzten Jahr wirklich Pech mit dem Wetter hatte, war es in diesem Jahr am 21.06. zumindest Trocken, aber die meiste Zeit auch schön sonnig. 60 Bühnen und 450 Bands spielten laut Veranstalter und gegen 17.00 Uhr schaute ich erstmal zum Wild at Heart, wo BUGGIRL aus Australien gerade spielten. Das Duo, bestehend aus einem Schlagzeuger und einer Sängerin die nebenher auch noch die Gitarre bediente, ließen das volle Rock-Brett auf die Anwesenden los, irgendwo zwischen AC/DC und Turbonegro mit einer Menge langezogener Gitarrensolos. Wirklich überzeugen konnten sie mich allerdings nicht, auch wenn sie sich auf der Bühne gut Mühe gaben und ordentlich abgingen, war es musikalisch einfach zu wenig und ein nettes Solo oder eine laute Gitarre ergibt eben noch nicht automatisch einen guten Song.

Wir zogen dann weiter zur Bühne an der Zions Kirche in Mitte, wo traditionell ja Ska / Rocksteady/ Reggae den Ton angeben. Es fingen gerade die PALMERAS KANIBALES aus Venezuela an, aber auch sie konnte mich nicht wirklich umhauen. Während die meisten Lateinamerikanischen Bands in dieser Richtung nicht zuletzt durch schnellen und Party-tauglichen Sound punkten können, gingen sie eher etwas relaxter zur Sache. Irgendwie fehlte für mich etwas und sie erinnerten mich dadurch an die Bands die eben immer in Hotels in Touristenregionen spielen und ihr Handwerk verstehen, aber musikalisch eben nicht wirklich aufregend sind.

So zog ich dann auch schnell weiter Richtung Mauerpark, wo zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Bühne war, bzw. in diesem Fall der Red Bull Tourbus, der allerdings noch durch ein Gerüst etwas erweitert wurde, so dass zumindest der Schlagzeuger nicht auf dem Busdach Platz nehmen musste. Die DONOTS bauten gerade um, der Park war mehr als gut gefüllt und kurz nach 20.00 Uhr legten die Ibbenbürener auch pünktlich los. Zu hören gab es vor allem Songs der neuen Platte, die auch fast komplett durchgespielt wurde und nur unterbrochen von einigen alten Sachen wie „Room with a view“, „Whatever happened to the 80s“ oder die Twisted Sister Coverversion „We're not gonna take it“. Nachdem ich ihr Konzert im April nur Ansatzweise mitbekam, konnte ich dieses Mal die neuen Songs auch live in Ruhe genießen und sie machten eine gute Form, selbst „Headphones“ der mir auf Platte nicht nicht so wirklich gefällt konnte live überzeugen. Gut 50 Minuten hatten sie Zeit den Leuten einzuheizen und machten dabei einen guten Job, wobei das auf Grund der Bühne nicht immer einfach war, da sie zum einen einfach sehr wenig Platz hatten sich zu bewegen und zudem waren sie eben auch etwas weit über dem Boden. Mit „Goodbye Routine“ wählten sie für mich überraschend einen etwas ruhigeren Song zum Schluss, bevor sie dann die Bühne für Thees Ullmann freimachten.

Ein paar Bier später ging's ins Magnet um GASLIGHT ANTHEM zu sehen, die eine verdammt großartige Show boten, die Steven ja schon ausführlich beschrieben hat und dessen Bericht es nichts mehr hinzuzufügen gibt.

Zum Abschluss des Abends machten wir uns dann auf ins Cassiopeia wo gegen 2.45 noch F-THREE spielten. Man merkte ihnen ein wenig an, dass sie auch nicht mehr ganz frisch waren und ich hatte das Gefühl das sie an diesem Abend etwas schrammeliger und aggressiver spielten als sonst und ein paar Songs brauchten bis sie wirklich drin waren. Aber die Stimmung war die ganze Show über gut, man merkte das die meisten Leute auch nicht nur durch Zufall da waren und es war ein guter Abschluss eines netten Abends, der gleich mit zwei Operation Ivy Coverversionen endete, wenn ich das noch richtig mitbekommen habe.

Kai Wydra



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