Endlich mal wieder eine Platte aus dem "Für-Normalsterbliche-einfach-unausstehlich"-Sektor. Wer sich zum ersten mal die 68 Minuten des Debütalbums der Münchener Autozynik zu Gemüte führt wird wohl ernsthaft daran zweifeln, ob die Band das Ganze hier ernst meint oder man nicht gerade eine Verarschung höchster Perfektion über sich ergehen lässt. Disharmonischer Gesang, der an frühe Deutschpunkbands erinnert und in insgesamt drei verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Serbokratisch) daherkommt, dazu ständig variierende Musik, die sich am ehesten noch als traditioneller Folk-Psychopunk charakterisieren lässt, ergeben eine Melange, die sich nicht unbedingt als nette Hintergrundmusik fürs nächste Kaffeekränzchen eignet.
Mit viel Pathos werden die zumeist nicht so ganz leicht verständlichen Inhalte präsentiert, kreischende Zwischentöne und Geräusche aus der Tierwelt und sonstigen Umwelt gehören zum irritierenden Sound-Cocktail ebenfalls dazu und verlangen eine Menge Aufmerksamkeit vom Hörer. Wer also demnächst mal wieder einige surreale Stunden vor den heimischen Lautsprechern verbringen will, möge sich das Polka-Punk-Debüt der innovativen Musiker geben, alle anderen seien gewarnt, denn diese Soundvielfalt könnte so manchen arglosen Musikliebhaber in den Wahnsinn treiben.
Tito Wiesner 4/10