Eine Platte wie es sie zur Zeit nicht noch mal gibt. Das Debütalbum der Hamburger Kettcar bietet traumhaften Pop mit leichtem Elektronikeinschlag. Elf wunderbare Stücke, die einem das Kürzerwerden der Tage um einiges erleichtern dürften, elf Stücke, die sich in Sachen Melancholie und Intensität echt gewaschen haben. Die Songs haben den Hörer ab der ersten Sekunde fest im Griff und hinterlassen in ihm die Erinnerung an die manchmal so grausame Realität des Lebens; aber die Platte hat auch noch eine andere Seite: Sie kann den Hörer mit ihrer direkten Ehrlichkeit genauso beglücken, wie sie ihn damit in die Untiefen der emotionalen Trauer reißen kann. Die Songs erinnern bisweilen an die letzte ...But Alive-Veröffentlichung "Hallo Endorphin", was letztlich nicht nur durch die so prägnante Stimme von Marcus Wiebusch, der da ebenfalls schon hinterm Mikro stand, auffällt.
Die Texte sind nicht wirklich leicht zu verstehen, sondern sehr unklar und offen und dadurch recht frei interpretierbar geschrieben. Es geht um Trauer, um Verlust, und Enttäuschung, eben irgendwie um das Leben. Hallo da draußen, "Du und wieviel von Deinen Freunden" ist mit Abstand die zur Zeit beste deutsche Platte und absolute Pflicht, wer sie nicht hat, kann definitiv nicht überleben...
Robin Brauer