Als Revolution Riot vor etwa vier Jahren ihr Debüt veröffentlichten, erschien fast täglich eine neue Sleaze-Rock-Scheibe aus Schweden - da kann es schon mal passieren, dass eine derartige Platte komplett untergeht, wie es im Falle dieser Stockholmer dann auch passiert ist. Mittlerweile ist dieser Hardrock-Hype ja aber glücklicherweise wieder abgeklungen, und die Backyard-Babies-Klone klopfen nicht mehr ganz so oft an die Tür; Zeit also, einzusehen, dass Revolution Riot nicht einfach nur eine weitere Schweden-Rock-Band sind, sondern sogar richtig gute Musiker. Klar, man muss auf diesen Mix aus Posertum, Sleaze und Glam schon stehen: "Blues For The Spiritually Retarded" vereint Mötley Crüe, die Backyard Babies und so ziemlich alles andere, was laut und hymnisch Gitarre spielen will. Am Ende kommen dabei aber ein paar amtliche Hits heraus, die ins Stadion wollen: Das treibende "Get Down" etwa oder der pathetische Midtempo-Rocker "Down That Road Before". Keine Spur innovativ, aber verdammt Party-tauglich.
Tito Wiesner 6/10