Zebrahead - Broadcast To The World (Steamhammer)
Stil: Pop-Punk-Rock

Medium: CD
 

Die meisten unser treuen Leser dürften wissen, dass Zebrahead für uns eine durchaus hohe Bedeutung haben – schließlich haben wir dieses Magazin nach ihrer ersten Platte benannt. (Auch wenn wir von dieser – zugegebenermaßen – schon damals nicht wirklich begeistert waren, sondern die Band erst mit „Playmate of the Year“ wirklich zu lieben anfingen; der Name „Waste of Mind“ schien uns aber einfach zu gut, um ihn nicht zu klauen.) Was Zebrahead dann in den letzten Jahren von sich gaben, war allerdings nicht immer begeisternd; das letzte Album „MFZB“ verwirrte mit dunklen Zwischentönen, zudem musste man kürzlich auch noch den Weggang des alten Sängers Justin verkraften.

Umso überraschender ist allerdings „Broadcast To The World“ ausgefallen – denn einerseits besinnt man sich auf seine Wurzeln und geht musikalisch wieder ganz klar in Playmate of the Year-Richtung, andererseits fällt der Frontmann-Wechsel kaum auf: Der neue Mann Matty klingt fast genauso wie Justin und wirkt zudem fast noch einen Tick spritziger.

Der Opener „Broadcast To The World“ mag in den ersten Sekunden noch mit Feedback-Geräuschen und harten Riffs verwirren, schwenkt aber schon bald in die bekannte schnelle Pop-Punk-Richtung ein, und die wird dann auch beibehalten – Songs wie „Rated U For Ugly“, das großartige „Anthem“ oder das etwas relaxtere „Postcards From Hell“ sind allesamt grandiose Sommer-Ohrwürmer, wie man sie von dieser Band liebt.

Neue Ideen gibt es sicherlich kaum – wer etwa schon immer die Texte zu belanglos fand, wird diesmal noch mehr verzweifeln ob solcher aufs Mitgröhlen ausgelegten Zeilen wie „Get Up, Get Up, Let The Good Times Roll!“. Auch die Tatsache, dass sich der Gesang weiterhin immer mal wieder mit schnellem Gerappe abwechselt, mag dem einen oder anderen heutzutage doch etwas antiquiert erscheinen. Mir ist das allerdings herzlich egal – denn wer eine nicht unbedingt tiefgründige, aber die Sommerlaune aus jeder Note schwitzende Platte haben will, fährt mit „Braodcast To The World“ fast perfekt; auch wenn man die Hitdichte von „Playmate of the Year“ um ein kleines Stück verfehlt.

Tito Wiesner 7/10



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