Vier Jahre ist das letzte Lebenswerk der Leipziger her. In den vier Jahren ist man aber mit Sicherheit immer wieder über den Namen gestolpert. Denn wenn man eines den vier Jungs NICHT vorwerfen kann, dann ist es Zurückhaltung. Das mag dem ein oder anderen negativer erscheinen, als es gemeint es. Denn die Fakten zeigen einfach nur, dass man 2003 und 2004 fast ausschließlich getourt ist und mit Sicherheit wird der ein oder andere dann auch die Farmers einmal live gesehen haben.
Wie vor vier Jahren schon, sorgen Farmer’s Boulevard für ziemliche Kontroversen. Da ist zum einen das sehr schnieke Artwork des Digipacks und die sehr sympathischen Texte, die klar Stellung zu gesellschaftskritischen Problemen nehmen. Ob es nur das Aufgreifen der „Du bist Deutschland“- Kampagne ist oder die klare Ansage, dass „Hardcore is not only Music“. Auch dem braunen Gesocks zeigt man deutlich den Mittelfinger „Zero tolerance to right wing assholes“ - ebenfalls aus dem Track „The Statement“.
Dem gegenüber steht die recht lieblos runtergeknüppelte Musik. An Abwechslung fehlt es auch diesmal leider wieder und wenn man nicht auf die Texte achtet, rauscht das Werk einfach an einem vorbei. Die Platte ist nichts für diejenigen, die mehr Wert auf Musik legen, die einfach nur ins Ohr gehen und hängen bleiben soll und für die die Texte eher eine sekundäre Rolle spielen. Der Fokus der Farmers liegt an einer anderen Stelle, nämlich eben diesen, dass Hardcore mehr als eben nur Musik ist. Ist soweit auch okay, aber irgendwas musikalisch einprägsameres wäre auch nett gewesen.
Mathias Minkus 5/10