Auch wenn mich ITCHY POOPZKID aus Eislingen musikalisch nicht immer überzeugen konnten, vor dem Arbeitseifer den das Trio in den letzten Jahren an den Tag gelegt hat, kann man nur den Hut ziehen. Dieser scheint sich jetzt auch in Erfolg auszuzahlen, wie man so hört sind sie mittlerweile öfter mal auf MTV zu sehen und messen sich da auch mit Madsen in irgendeinem neuen Format. Dementsprechend hätte ich natürlich ein neues Album erwartet das noch poppiger ausgefallen ist, aber der Opener „ Better off alone“ überrascht gleich mal durch einen recht harten Gitarrensound. Auch wenn das Album recht abwechslungsreich zusammengestellt ist und so nicht alle Songs über einen Kamm geschoren werden können: ITCHY POOPZKID lassen es doch etwas mehr krachen als ich eigentlich erwartet hätte.
Sie machen ungefähr da weiter wo sie bei der letzten Platte aufgehört haben und bieten eingängigen Poppunk, wobei der aktuelle Rocktrend auch in dem einen oder anderen Song seine Spuren hinterlassen hat. Mit Achim Lindmeir (H-Blockx / Die Happy) saß auch jemand an den Reglern der eher aus diesem Bereich kommt und aus Punkrocker-Sicht war er bei zwei-drei Songs sicherlich nicht die ideale Wahl, wie z.B. „You don’t bring me down“, der das Potential zur Moshpit Hymne gehabt hätte und an ein paar Stellen hätten bei dem Song ein paar lautere Gitarren wohl noch Wunder gewirkt. Ähnlich sieht es auch beim Chorus von „Drop the Bomb“ aus, dem zweiten Potential Hit auf der Platte, wo der coole Refrain einfach zu dünn rüberkommt.
Auffallend ist bei dieser Platte auch immer wieder mal die Nähe zum Sound der Donots und bei ein paar Songs könnte man fast schon annehmen das hier die Ibbenbürner am Werk sind, wären da nicht noch die Unterschiede im Gesang. Mit „Time to Ignite“ haben ITCHY POOPZKID noch einmal deutlich im Vergleich zum Vorgänger zugelegt, auch wenn es noch keine Platte ist die auch diejenigen umhauen wird, die schon etwas länger im Bereich Punkrock unterwegs sind. Dazu sind sie manchmal doch noch zu durchschnittlich und verbraten an ein paar entscheidenden Stellen auch einfach etwas Potential. Aber auch wenn es manchmal schwer viel eine Band mit so einem bescheuerten Namen ernst zu nehmen, spätestens mit dieser Platte sollte man das tun, denn sie haben gezeigt das sie zu den besten einheimischen Bands in Sachen Pop-Punk gehören, auch wenn sie eben noch nicht auf internationalem Niveau angekommen sind.
Kai Wydra