Turbonegro - Retox (Edel)
Stil: Rock

Medium: CD
 

Zugegeben, wir sind spät dran mit dem Review der neuen Turbonegro-Scheibe - "Retox" steht schließlich schon seit Mitte Juni in den Plattenläden, diesmal übrigens nicht mehr via Burning Heart veröffentlicht, sondern durch Edel Records. Aber es ist eben auch nicht einfach, für dieses Album adäquate Worte zu finden. Schlecht ist es mit Sicherheit nicht. Aber wie schon das letzte Werk "Party Animals" nicht gerade nachhaltig beeidnrucken konnte, ist auch "Retox" weit davon entfernt, noch wirklich für Aufruhr zu sorgen.

Die Tage der Ass Cobras und Apocalypse Dudes sind jedenfalls endgültig gezählt, Turbonegro sind im "Business As Usual" angekommen. Die Titel ("No, I'm Alpha Male", "Hot And Filthy" oder "I Wanna Come") riechen bekannt, die Riffs sind typisch, die Melodien ebenso. Richtig mies ist keiner der elf Songs, wahre Hymnen klingen aber auch anders. Turbonegro ruhen sich ein wenig auf ihren Lorbeeren aus und sind so etwas wie die Motörhead des Denim Rock geworden: Man weiß schon vor dem Hören der Platte, was einen erwartet - und wenn man damit zufrieden ist, wird man auch mit "Retox" seinen Spaß haben.

Neue Fans werden die Norweger so allerdings sicherlich nicht mehr gewinnen. Wer nämlich erst jetzt anfängt, Begriffe wie Turbojugend im Lexikon nachzuschlagen, wird den Rummel um diese Band anhand einer Scheibe wie "Retox" kaum nachvollziehen können. Dafür muss eben doch im Backkatalog gewühlt werden - als Turbonegro noch ein bisschen mehr zu bieten hatten als (man entschudlige die Gotteslästerung) gepflegte Langeweile auf hohem Niveau.

Tito Wiesner 6/10



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