Neuer Sommer, neues Zebrahead-Album – die Jungs sind auch dieses Mal schlau genug, ihre Scheibe in der heißen Jahreszeit zu veröffentlichen, denn da gehören die eingängigen Party-Hymnen eben hin. Der zuletzt auf Broadcast To The World eingeschlagene Weg zurück zum Power-Pop wird auch diesmal beibehalten, wenn man auch mit „HMP“ erneut einen ungewohnt harten Song gleich an den Anfang gestellt hat; in Sachen Tempo und Rififng hat das schon fast Metallastige Züge.
Überhaupt fällt auf, dass Zebrahead trotz aller Treue zum Pop-Punk diesmal ein klein bisschen aggressiver zu Werke gehen; Stücke wie „Just The Tip“ erinnern nicht von ungefähr an Sum41, die den Mix aus Metal-Riffs und Bubblegum-Melodien ja erfolgreich vorgemacht haben. Komplett relaxte Sonnenschein-Ohrwürmer gibt es natürlich aber auch wieder so einige, dazu allerdings auch ein paar Titel hart an der Schmerzgrenze: „The Juggernauts“ etwa mit seiner Linkin-Park-artigen Strophe und dem Stadion-Pop-Pathos-Refrain biedert sich für meinen Geschmack dann doch etwas zu sehr an.
Ansonsten gilt aber eben weiterhin: Wer den Mix aus prolligem Gerappe, sorglosen Texten und ganz viel Zucker bisher nicht mochte, wird auch mit „Phoenix“ nicht zum Fan. Wer die Jungs wie ich irgendwann mal ins Herz geschlossen hat, darf die eigene Sammlung hingegen einmal mehr um eine ganze Kollektion neuer Hits erweitern – wohl wissend, dass das Ganze ziemlich belanglos ist, aber dafür einfach verdammt viel Spaß macht.
Tito Wiesner 7/10