Im September wird Frank Turner bei seinem neuen Label Epitaph sein insgesamt bereits drittes Album herausbringen. Da den Briten bisher aber kaum jemand kennt, erscheint – ebenfalls via Epitaph – jetzt nochmal sein zweites Album „Love, Ire & Song“ – sozusagen als Vorbereitung auf das, was da noch kommt. Und nach mehrmaligem Genuss dieser 12 Songs kann man nur sagen: Her mit der neuen Platte. Und zwar so schnell wie möglich.
Der Mann hats nämlich drauf: Irgendwo zwischen Folk, Pop, Singer-Songwriter und dezenter Punkrock-Roots pendeln die Songs, sind mal eindringlich, mal eingängig, fast immer schön, nur ganz selten beliebig. Der Opener „I Knew…“ hat was von Dashboard Confessional, „Reasons Not To Be An Idiot“ ist College-Emo mit Ohrwurm-Refrain, “Photosynthesis” gröliger Folk in Against Me-Manier, und wer Billy Bragg mag wird im folgenden auch noch das eine oder andere Mal glücklich aufhorchen.
Der einzige Grund, warum „Love, Ire & Song“ noch keine Top-Bewertung einheimst, ist die zweite Album-Hälfte; so stark Turner nämlich beginnt, so stark lässt er auch nach. Die Songstrukturen wiederholen sich, die Melodien sind nicht mehr ganz so überzeugend – schade eigentlich. Andererseits: Irgendwas muss der Mann auf seinem neuen Album auch noch besser machen; freuen wir uns also auf den September.
Tito Wiesner 7/10