Lucas Dawson ist Australier. Doch schon vor Jahren hat es ihn nach Schweden verschlagen. Mit gebrochenem Herzen ist er nach Europa geflüchtet. Mit einiger Verzögerung ist nun Lucas Dawsons Debütalbum "Another Way To Say Goodbye" erschienen. Dass darauf in Form von Songs einer Frau Goodbye gesagt wird, ist natürlich offensichtlich. Lucas Dawson spielt Bass und singt und wird von seiner Band begleitet. Dennoch sind die Songs oft sehr ruhig und man merkt, dass die schwedische Singer/Songwriter-Szene Einfluss auf seine Musik hatte.
Das fängt schon mit dem verzweifelten "Four Catastrophic Years" an, das eher ruhig ist und vom Wiedersehen mit einer verflossenen Liebe erzählt, die mittlerweile Mann und Kinder hat. Genauso geht es mit "I'm So Miserable" weiter. Der Song ist ebenfalls ruhig gehalten und Lucas Dawson steigert sich richtig in sein Flehen hinein. Klar ist: der Kerl leidet. Musikalisch beschränkt sich Lucas Dawson aber nicht darauf, minimalistisch und akustisch vorzugehen. So dreht seine Band die verzerrte Gitarre zwischendurch sogar so auf, dass es fast etwas punkig wird. Auch Blues- und Jazzeinflüsse sind zu vernehmen. "I'm Giving Up" bleibt zwar textlich verzweifelt, geht musikalisch aber ganz schön nach Vorne und wird durch den Einsatz der Bläser richtig mitreißend. Direkt danach wird es in "Old Habits" sehr intim. Die CD endet mit "Goodbye", einem Duett zwischen Lucas Dawson und Emily Brown, das wie ein Dialog zwischen einem gescheiterten Paar aufgebaut ist und noch einmal ein Highlight zum Schluss ist.
Natürlich ist die Idee, musikalisch mit Beziehungen abzurechnen alles andere als neu. Lucas Dawson kann dennoch sowohl musikalisch als auch textlich überzeugen. Die Songs sind trotz der melancholischen Grundstimmung abwechslungsreich. Und die Texte sind zum Teil so direkt und persönlich, dass man fast das Gefühl bekommen kann, unberechtigt Einblicke in sein Privatleben zu bekommen. Fest steht: Die Frau, um die es in den Songs geht, ist besser dran, wenn sie diese CD nie in die Finger bekommt. Und wer selbst Liebeskummer hat, für den ist "Another Way To Say Goodbye" der Soundtrack für die eigenen Leiden.
Julius Stiebert 8/10