In Europa gelten Rise And Fall ja schon seit einer ganzen Weile als Institution, wenn es um verzweifelten Hardcore geht. Mit dem Signing auf Deathwish sollten die Belgier nun auch international Beachtung finden - nach Australien hat es sie mit dem neuen Album "Our Circle Is Vicious" bereits verschlagen. Dabei sollte nun wirklich nicht erst durch den Deathwish-Deal klar sein, dass Rise And Fall für Qualität stehen. Und so sind die Erwartungen an "Our Circle Is Vicious" natürlich hoch.
Vom klassischen Cleveland-Sound rücken Rise And Fall auch auf dem neuen Album nicht ab. Eine Weiterentwicklung ist aber deutlich spür- und hörbar. Viele der Songs beginnen ähnlich schnell, wie es auf "Into Oblivion" der Fall war. Doch nehmen Rise And Fall das Tempo nun öfter etwas raus. Der Song wird stampfender und verschmilzt mit Bjorns Reibeisenstimme zu einem Werk voller Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Das wird beispielsweise beim dritten Song "Harm's Way" deutlich.
Zwischen den zehn Songs auf "Our Circle Is Vicious" sticht vor allem "In Circles" hervor: Der Titel ist von Grund auf sehr ruhig und verhältnismäßig langsam aufgebaut. Hinzu kommt Bjorns Text: "There is no beauty in this part of town/ There is no solace when the lights go out". Rise And Fall schaffen es, einen Moment zu erzeugen, indem dem Hörer ohne weiteres ein Schauer über den Rücken laufen kann. Abgelöst wird der Song von "Het Oog Van De Storm", der wieder gewohnt brutal zuschlägt und einen wachrüttelt.
Rise And Fall haben die Erwartungen mit "Our Circle Is Vicious" vollkommen erfüllt, indem sie sich gegenüber dem Vorgänger nochmals gesteigert haben. Die Belgier lassen somit keinen Zweifel daran, dass sie den Ruf, eine der besten Hardcore-Bands Europas zu sein, zu Recht innehaben.
Julius Stiebert 9/10