Sounds, The - Crossing The Rubicon (Universal)
Stil: Synthie-Pop

Medium: CD
 

Wer jemals The Sounds live gesehen und sich von ihrer mit Synthie-Pop-Hits gespickten Show hat mitreißen lassen, hätte wohl sicher gewettet, dass diese Band niemals dem Phänomen des "Erwachsenwerdens" unterliegen würde. Zwar wurde auf den ersten beiden Alben der Schweden durchaus auch mal eine melancholische Träne verdrückt, nur fiel das bei den Massen an gleichzeitig fließenden Schweißtropfen auf der Tanzfläche kaum auf.

Auf "Crossing The Rubicon" weicht der hemmungslose New-Wave-Hedonismus aber tatsächlich einem gemäßigterem Tempo, tiefgründigeren Texten und mehr Nachdenklichkeit. Im eröffnenden "No One Sleeps When I'm Awake" begeistert Frontfrau Maja zwar noch mit den typischen mitgröhltauglichen Refrainzeilen, und bei "Beatbox" wird nochmal demonstriert, wie sinnlos Lyrics sein können. "So Turn It Up And Break It Down, Come On Bring That Beatbox Back, Tell Me Do You Feel It" sind Zeilen, die kein anderes Ziel haben als sinnlos mitgebrüllt zu werden; was angesichts der eingängigen Melodie auch bestens funktionieren dürfte.

Stücke wie "My Lover" oder "Underground" geben sich allerdings ungewohnt handzahm, "Dorchester Hotel" ist melancholischer Balladen-Pop, "Midnight Sun" fast schon rührseelig. Eingängige Melodien gibt es weiterhin im Überfluss, die gewohnte Euphorie aber fehlt - mehr Seriösität, weniger jugendlicher Spaß sind die Folge. Nicht wirklich schlecht. Aber schade, irgendwie - die beiden ersten Alben bleiben in ihrer Klasse unerreicht.

Tito Wiesner 7/10



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