High On Fire - Snakes For The Divine (Century Media)
Stil: Doom/Metal

Medium: CD
 

Wahnsinn. Da fragt man sich vor dem Einlegen der neuen High On Fire-Platte noch, ob die Kritikerlieblinge den hohen Erwartungen auch diesmal gerecht werden können - und weiß schon dreißig Sekunden nach Drücken der Play-Taste, dass es ein Fehler war, überhaupt daran zu zweifeln. Der Opener legt mit knackigem AC/DC-Riff los, geht dann in einen bollernden Groove-Part über, knallt dann die typischen Slayer-Riffs oben drauf - und fertig ist die Hymne, die einem ein breites Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Auch danach geht es gewohnt hochwertig weiter - etwas direkter und konzentrierter als beim letzten Album, dennoch kein bisschen weniger anspruchsvoll. Immer noch verschmelzen hier Sabbath-Anklänge mit Doom-Gewalt, Headbang-Passagen mit knackigen Riff-Salven; und die üblichen Frickeleien sind natürlich auch wieder mit dabei, wenn auch diesmal etwas reduzierter.

Knochentrocken, aber mit dicker Hose und unglaublicher Wucht zelebrieren High On Fire auch 2010 wieder ihren klischee-befreiten Metal. Dank der neuen Konzentration auf ein direkteres Songwriting übrigens auch noch mal eine ganze Ecke Hymnenhafter als auf "Death Is This Communion". Wenn man unbedingt etwas kritisieren will, könnte man natürlich sagen, dass eine echte Weiterentwicklung hier nicht unbedingt zu erkennen ist. Allerdings sind High On Fire nun auch wirklich nicht die Band, bei der man unbedingt Fortschritte sehen muss, um die Songs abzufeiern. Unter denen, die schon die letzte Platte mochten, wird es jedenfalls kaum jemanden geben, der nicht auch "Snakes For The Divine" wieder an exponierter Stelle in seiner Sammlung aufbewahrt.

Tito Wiesner 7.5/10



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