King Blues, The - Punk & Poetry (N/A)
Stil: Pop/Punk/Beats

Medium: CD
 


Mike Skinner von The Streets hat ein neues Projekt - zusammen mit den Jungs von Rancid und den Transplants hat er eine The Clash-Coverband ins Leben gerufen. Klingt zu verrückt, um wahr zu sein? Stimmt leider - aber gäbe es dieses Projekt, es würde sich in etwa genau so anhören wie das dritte Album von The King Blues.

Punkrock, Pop, Ska, Reggae und Beats vermischen sich mit einer textlich bitterbösen Abrechnung mit der aktuellen britischen Regierung zu einem unglaublich vielseitigen und dabei jederzeit höllisch eingängigen Mix. Bei "The Last Of The Dreamners" noch nachdenklich mit Samples und Beats, bei "We Are Fucking Angry" dann passend zum Titel aggressiv und laut, trotzdem noch mit relaxten Dancehall-Tönen - jede Botschaft wird geschickt in ein ganz eigenes musikalisches Gewand gepackt und so als Trojanisches Pferd auf die Tanzfläche geschickt. "Set The World On Fire" ist Powerpop at its best, "Headbutt" eine perfekte Rancid-Hommage und gleichzeitig sofort mitsingbare Hymne, "I Want You" eine sommerlich-poppige Liebeserklärung.

Vor großen Gefühlen hat man ohnehin auch keine Angst: "Does Anybody Care About Us" ist eine melancholische Working Class-Schunkelei, "Everything Happens For A Reason" ein wunderschön trauriger, mit weiblichem Gesang ergänzter Abschluss. Tanzen, mitgröhlen, schunkeln, ausrasten - jeder Song von "Punk & Poetry" erzwingt mindestens eine dieser Aktionen, meist sogar mehrere oder alle zugleich. Politische Sprengkraft war selten so abwechslungsreich - und so Ohrwurm-tauglich.

Tito Wiesner 8/10



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29.07.2006



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