Die Vorreiter des Deathcore-Stils legen ihr drittes Album vor - und es scheint so, als würde der beeindruckende Siegezug der Band damit noch ein ganzes Stück weiter gehen. Das Debütalbum "The Cleansing" mischte die Death Metal- und Hardcore-Szene schon gehörig auf, der Nachfolger "No Time To Bleed" eroberte gar Top-Platzierungen in den amerikanischen Billboard Charts - angesichts der unerbittlichen Härte und Kompromisslosigkeit, mit der Suicide Silence vorgehen, hatten das bis zu diesem Zeitpunkt weder Band noch Fans für möglich gehalten.
The Black Crown setzt zwar auf die bekannten Stärken - allerdings fällt auf, dass es der Band wichtig war, sich nicht zu wiederholen. Im Interview betont man zwar, dass die neue Scheibe trotz aller Veränderungen auch die härteste sei; so wirklich stimmt das allerdings nicht. Altbekannte Wuchtbrummen wie "You Only Live Once" oder "Fuck Everything" präsentieren zwar Härte und Aggressionen in bewährter Form. Demgegenüber stehen aber Stücke wie "The Only Thing That Sets Us Apart" oder "Witness The Addiction", in denen die Band deutlich gezügelter zu Werke geht - mit mehr Groove und Melodie, weniger Tempo und Wut. Die Riffs sind glatter, die Growls weniger kratzig.
"The Black Crown" ist damit über weite Strecken ungewohnt eingängig - insofern ein Wort wie "eingängig" überhaupt zu Suicide Silence passt. Aggressions-Puristen werden sich daran vielleicht stören; ein weiteres Album im komplett gleichen Stil wie die ersten zwei Platten wäre aber wohl doch etwas monoton gewesen; insofern ist die Entwicklung nachvollziehbar - und spätestens nach ein paar Hördurchgängen auch gelungen.
Tito Wiesner 7/10