Pianos Become The Teeth - The Lack Long After (N/A)
Stil: Hard-/Postcore

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Manche Sachen muss man nicht verstehen. Schon die Tatsache, dass Touché Amoré und La Dispute immer in einem Atemzug genannt werden - ganz so, als würde man hier von zwei quasi-identischen Bands reden - war seltsam genug. Warum man das Ganze nun als Welle bezeichnet und auch noch Pianos Become The Teeth mit ins Paket packt, wirkt allerdings noch willkürlicher. Sind ab sofort alle Bands, die Hardcore nicht in klassischer Form, sondern in halbwegs neuem Gewand, mit viel Emotionalität und verdammt lesenswerten Texten verpacken, miteinander verwandt? Gab es so etwas nicht früher schon? Muss allen, denen eine Band aus der Gruppe gefällt, der Rest auch gefallen?

Egal, die Diskussion ist müßig. Pianos Become The Teeth jedenfalls brauchen eigentlich gar keine Referenzpunkte oder Szene-Zugehörigkeiten, um mit ihrem neuen Album aufzutrumpfen. Sie haben sich weiterentwickelt - der verzweifelte, gequälte und manchmal auch ganz schön schräg neben den Tönen liegende Gesang von Frontmann Kyle dominiert immer noch die Songs, aber die Musik ist variabler geworden - die lauten Lärmkaskaden klingen dichter und besser arrangiert, aber auch die leisen Zwischentöne haben an Qualität gewonnen, sorgen für zusätzliche Atmosphäre und machen den vertonten Schmerz und das allgegenwärtig Leiden immer greifbarer.

Und gelitten wird hier viel - es geht um den Verlust eines geliebten Menschen, die Erinnerung an ihn, das Umgehen mit seinem Verschwinden. "I think about your last 3 breaths and I wonder if you knew, I think about letting you go and I guess that's life" - symptomatische Zeilen aus dem grandiosen "Good Times", das zusammen mit dem mitreißenden "I'll Be Damned" den kongenialen Einstieg dieser Platte darstellt. Und auch wenn Pianos Become The Teeth die Intensität nicht die ganze Zeit auf so hohem Niveau halten können und ihnen kurz vor dem beeindruckenden Abschlusswerk "I'll Get By" für einen Moment die Puste ausgeht: "The Lack Long After" ist ein beeindruckendes, fesselndes, manchmal auch ganz schön schmerzhaftes - und vor allem unbedingt hörenswertes Opus.

Tito Wiesner 7.5/10



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