"Don’t Let The Bastards Get You Down" - was für ein schöner Songtitel, um ein Singer-/Songwriter-Album zu eröffnen. Aber Keine Sorge: Trotz solcher Titel und einiger nicht nur trauriger und melancholischer, sondern oft auch bitterböser Textzeilen liefert Matt Pryor auch auf seinem neuen Soloalbum das, was man von ihm erwartet. Eben den prägnanten Gesang, mit dem er erst die Get Up Kids und dann The New Amsterdams prägte, dazu der Mix aus Folk und Pop und den gelungenen Spagat aus Lagerfeuer-Romantik und eingängigen Ohrwürmern.
Das kann mal ganz reduziert und brüchig sein wie im Opener, dann beschwingt und irgendwie doch fröhlich wie in "Where Do We Go From Here" oder Trübsal blasend und gleichzeitig unglaublich direkt wie im dunkel angehauchten "Like A Professional". Banjo, Piano und Mundharmonika erhänzen die Gitarre wenn es Sinn macht, sind aber nie Mittel zum Zweck. Pryor beherrscht sein Handwerk, lässt trotzdem aber nie Routine aufkommen - "May Parade" mag zwar nicht durchgängig mit Highlights gespickt sein, zeichnet sich aber durch diese Wärme und diesen Charme aus, die aus einem normalen Songwriter-Album ein besonderes machen.
Tito Wiesner 7.5/10