Auch mit Bierglass und Geige an der Folkpunk-Bar sitzend kann man abwechslungsreich klingen - das machen Smokey Bastard auf ihrem neuen Album Tales From The Wasteland eindrucksvoll vor. Natürlich bewegt man sich hier teils - wie im gelungenen Opener "Wasteland" - eindeutig auf den Spuren solcger Genre-Größen wie den Dropkick Murphys. Traditioneller Folk trifft schnellen Punkrock, eine hymnische Melodie einen wunderbar mitgröhlbaren Text.
Aber diese Jungs hier wechseln von Song zu Song den Schwerpunkt: Mal stehen klassische Instrumente wie Banjo und Akkordeon so im Vordergrund, dass man die Gitarren kaum hört, dann wieder gibt es ein fast schon Kammermusik-artiges Instrumental ("Token Folkin"), einen gelungenen und atmosphärischen Acapella-Ausflug ("My Son John") oder ein in dieser Form nicht unbedingt zu erwartendes Cover (Ababs "Mamma Mia" - auch wenn bei letzterem ein gehobener Alkoholpegel sicherlich nicht schadet, um hier Spaß zu haben).
Aber genau dieser Mix macht die Stärke dieses Albums aus: Statt die ganze Zeit mit hochgerecktem Bierkrug im Pit mitgröhlen zu müssen, darf eben auch mal eine Pathos-Träne verdrückt oder sanft geschunkelt werden. Gefällt.
Tito Wiesner 7/10