1995 gegründet, in unseren Breitengraden aber trotzdem fast komplett unbekannt - eigentlich kann man gar nicht glauben, dass die Peawees schon so lange Musik machen, ohne groß wahrgenommen zu werden. Allerdings hat sich die Band einerseits zwischen ihren Platten immer sehr viel Zeit gelassen - das letzte Werk der Italiener liegt schon gute vier Jahre zurück. Und stilistisch hat sich über die Zeit auch einiges getan - der Punkspirit etwa, der der Band auch Supportslots für Bad Religion oder Marky Ramone einbrachte, ist zwar noch spürbar, aber hat sich über die Jahre immehr mehr abgeschliffen und ist anno 2012 alles andere als dominant.
Die elf Songs von "Leave It Behind" setzen stattdessen auf einen geschmackvollen Mix aus 60s-Soul und klassischem Rock&Roll - gekonnt vorgetragen von einem begnadeten Sänger und jederzeit vollkommen Party-tauglich in Szene gesetzt. Der Moneybrother-Vergleich drängt sich da förmlich auf, allerdings gepaart mit einer Prise Social Distortion und noch einem ganz bisschen Garagen-Charme a la Mando Diao. Stücke wie "Gonna Tell", "Memories Are Gone" oder "Diggin The Sound" pendeln zwischen schwungvoller Melancholie, tanzbarem Motown und poppiger Hymnenhaftigkeit. Wird Zeit, dass The Peawees nicht nur in ihren Heimatland so abgefeiert werden, wie sie es verdient haben.
Tito Wiesner 7/10