Exit Ten - Give Me Infinity (N/A)
Stil: Rock

Medium: CD
 

Da kann es jemand wohl gar nicht abwarten, endlich mal ein Stadion zu buchen - Exit Ten schmeißen auf ihrem neuen Album "Give Me Infinity" derart mit großen Posen, Pathos, dicker Produktion und Extras wie Streichern um sich, als würden sie nächste Woche in Wembley auftreten.

Machen sie aber nicht. Und werden sie auf absehbare Zeit wohl auch nicht tun. Denn um Massen zu begeistern, braucht man nicht nur dicke Zutaten, sondern muss die auch zu passenden Songs formen. Und daran scheitern die Briten. Fröhlich werden hier diverse US-Rocker zitiert, gerne auch mit leichtem Grunge-Appeal - von Creed bis 30 Seconds To Mars geht die Reise, allerdings ohne je Eingängigkeit oder Hymnenhaftigkeit der Vorbilder zu erreichen. Wer will, findet auch ein paar Parallelen zu den epischen Momenten von Biffy Clyro - einer Band, die aus gutem Grund in Wembley gespielt hat, an deren Vielschichtigkeit man sich aber ebenfalls meist verhebt.

Zwischendurch versucht man dann, durch ein paar mehr Genre-Zitate etwas Tiefe zu erreichen: Ein paar Prog-Elemente hier, etwas krachigere Töne da, und mit viel gutem Willen kann manchmal auch das Wörtchen PostHardcore bemüht werden. Zum Teil bleibt auch etwas hängen, "Give Me Infinity" ist über weite Strecken ein durchaus soldies Rockalbum. Insgesamt will sich die Platte aber zu sehr anbiedern - große Momente entstehen eben nicht einfach dadurch, dass eine Band so dick wie möglich aufträgt.

Tito Wiesner 5.5/10



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