The King Blues haben erst kürzlich wieder eindrucksvoll bewiesen, wie gut sich Reggae und Dubstep-Elemente mit Punkrock ergänzen können. Die mit ihnen befreundeten und auch schon gemeinsam auf der Bühne stehenden Skints aus London gehen noch einen guten Schritt weiter - Punkrock steht hier nur noch für die Attitüde, die Musik hingegen verzichtet praktisch komplett auf Gitarren.
Stattdessen gibt es viel Groove und Beats, glücklicherweise aber nicht nur in der allzu relaxten und langsamen Version (wie im jamaikanisch angehauchten, sehr entspannten "Can't Take No More"), sondern durchaus auch mit Energie wie etwa im sehr eingängigen Opener "Rise Up" oder dem schönen "Live East Die Young". Der kombinierte weibliche und männliche Gesang ist mal hymnisch, mal im klassischen Sprechgesang-Stil, der auch Parallelen zu The Streets nicht leugnen kann, die Musik gibt sich ebenso vielschichtig wie poppig. Das hat durchaus Potenzial, über Genre-Grenzen hinweg zu gefallen - wer die ruhigeren Momente der eingangs erwähnten King Blues schätzt, sollte jedenfalls auch diese Form des UK-Reggae durchaus mal anhören.
Tito Wiesner 7/10