Das wars dann wohl - obwohl, wenn man ehrlich ist, hatte man damit schon gar nicht mehr gerechnet. Gefühlt hatten sich Waterdown nämlich schon vor einiger Zeit verabschiedet, waren komplett aus der Wahrnehmung verschwunden, sodass man sie überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hatte - und das, obwohl sie ganz ohne Frage zu den wichtigsten und einflussreichsten deutschen Hardcore-Bands gehör(t)en. Trotzdem gibt es jetzt eben noch ein Abschiedswerk - ein letztes Album, um die Sache auch sauber zuende zu bringen.
Und der Abschied ist geglückt: "Into The Flames" ist zwar mit Sicherheit nicht das beste Waterdown-Album. Es ist auch weit davon entfernt, noch einmal Zeichen zu setzen oder zu überraschen. Aber es fasst gekonnt zusammen, wofür diese Band stand - und wie vielseitig sie sich über die Jahre präsentierte. Versammelt sind hier nämlich alle Facetten, die in den letzten 13 Jahren Waterdown ausmachten.
Angefangen beim aggressiven, hektischen und leicht chaotischen "Get What You Give" über das atmosphärisch schwere, Isis-artige "We Are Not The Children" und das rockig angehauchte und mit Boysetsfire-Zitaten gespickte Titelstück bis zum punkig-mitreißenden "Saving Private Honesty" werden nochmal alle Facetten durchdekliniert. Ein melancholisches Stück wie das schön-traurige "Anchor Lost" oder der ruhige Ausklang "Homecoming" runden die Sammlung ab - schön, dass man sich nochmal zu Wort gemeldet hat. Wenn auch nur zum Tschüss sagen.
Tito Wiesner 7/10