Turbo ACs, The


Mit "Automatic ist jetzt das neue Album der TURBO ACs aus New York draußen und sie bleiben sich in allen Belangen treu, sowohl vom Sound, als auch dem Fakt, dass sie schon wieder ihr Label gewechselt haben. In Deutschland ist nun Bitzcore für sie zuständig und man merkt das sie es nicht zuletzt in Europa wissen wollen, denn jetzt im Moment befinden sie sich gerade auf einer sechs Wochen langen Europatour, kommen dann nach einem Monat wieder für die Festivals Ende Juni und im August stehen weitere Festivals und Clubshows auf dem Programm. Vor ihrem Konzert in Berlin traf ich Kevin Cole (Gesang/ Gitarre) und Kevin Prunty (Schlagzeug) wo sie gerade beim Essen waren.

Wie waren die Reaktionen auf die neue Platte?

Cole: Alles was ich bisher gehört habe war richtig gut. Wir sind auch sehr zufrieden mit der Platte, denn es war teilweise sehr hart sie zu machen, aber wir sind sehr zufrieden mit dem Finished Product und freuen uns sehr das sie jetzt draußen ist und ich glaube einige Leute haben das auch schon mitbekommen.

Prunty: Wir sind erst seit ein paar Tagen hier, aber ich habe bei jeder Show schon einige Leute gesehen, die die Texte mitgesungen haben und die neuen Songs kannten und das ist natürlich schön.

Ist es für euch hier jetzt einfacher, da ihr ein deutsches Label habt?

Cole: Ich bin froh das wir diesen Schritt getan haben und zu ihnen gegangen sind, denn wir waren nicht glücklich wie Nitro sich um Europa gekümmert hat, denn wir haben hier einfach eine menge Fans und Freunde und Europa ist sehr sehr wichtig für uns. Wir wollen sicher gehen das hier alles gut läuft.

Wie sieht es mit den Staaten aus, denn Bitzcore agiert ja nur hier soweit ich weiß?

Cole: In den Staaten kommt die Platte auf Gearhead Records raus, die ein wirklich cooles Label sind, aber eben nur dort agieren. Sie haben z.B. einige Sachen von den Hives rausgebracht oder den Hellacopters.

Der Hauptunterschied bei eurer neuen Platte ist für mich, dass ihr mehr Surf drin habt. Wie sieht ihr das?

Prunty: Wir hatten immer schon Surf in unserem Sound und wir wollten das schon seit längerem etwas ausbauen und ich denke das ist wichtig den irgendwo ist es unser Style. Es ist nicht so das wir hingehen und etwas bestimmtes versuchen, wir schreiben einfach Songs und was dabei rauskommt hört man beim fertigen Produkt. Wir versuchen sicherlich nicht uns mit Surfbands zu messen, aber wir haben diesen Einfluss und ich liebe ihn, ich denke er gehört einfach zu unserem Sound und ich finde es schön, dass es etwas mehr geworden ist.

Wäre das auch nicht würde sich die Platte für mich wohl fast genauso angehören wie die Letzte. Was ist, wenn ihr wie du gerade gesagt hast einfach Songs schreibt die aus euch rauskommen und die fertige Platte klingt dann genau wie die letzte? Würdet ihr versuchen das zu verhindern?

Prunty: Ich denke nicht. Wir haben uns bei diesem Album nicht hingesetzt und einen Plan gemacht wie sie klingen soll. Wir schreiben einfach Songs die uns Spaß machen und versuchen nicht zwanghaft anders zu klingen. Wir haben einfach Spaß zusammen zu spielen. Ich weiß nicht, ich denke die Platte klingt etwas anders, wobei alles unseren Platten schon einige Gemeinsamkeiten haben. Ich denke aber das ist OK, schließlich haben AC/DC auch 20 Platten gemacht die gleich klingen.

Es ist schön mal eine Band zu hören die nicht immer sagt, Hey wir haben versucht uns nicht zu kopieren oder diese Platte klingt total anders als der Vorgänger, obwohl eigentlich jeder hören kann, dass das nicht stimmt.

Prunty: Ich glaube ich könnte gar keine Songs schreiben die in eine bestimmte Richtung gehen sollen, entweder die Songs kommen natürlich oder gar nicht. Ich habe auch keinen Bock irgendetwas nicht mehr machen zu dürfen, weil wir es schon mal getan haben oder etwas tun müssen, weil es vielleicht der heiße neue Trend ist. Fuck that Bullshit. Wir machen das was wir machen wollen.

Cole: Wir wollen auch einfach unsere Integrität bewahren, denn ich persönlich mag vor allem Bands die einfach Integrität haben. Meine Lieblingsbands sind die Ramones oder AC/DC, Bands auf die man sich verlassen kann, deren Platte man ohne reinzuhören kaufen kann und die man von vorne bis hinten durchhört ohne irgendwann zu stoppen, weil man weiß das der nächste Song genauso gut ist wie der vorherige. Das ist der Weg den auch die Turbo Acs bestreiten wollen und wir arbeiten daran.

Es ist eure vierte Platte auf eurem vierten Label. Wie sehr nervt euch die Situation, denn man kann doch gar kein richtiges Verhältnis aufbauen und kommt gar nicht zu dem Punkt wo man sich aufeinander verlassen kann.

Prunty: Ob ich gerne mal länger bei einem Label bleiben würde? Ja klar, aber das ist einfach "That bullshit business". Schau dir Motörhead an, die hatten 17 verschiedene Labels und schau dir wo sie sind. Nicht das wir versuchen so wie Motörhead zu sein und jetzt absichtlich bei jeder Platte das Label wechseln.

Cole: Es ist nicht immer die große Sache, wie viele Leute denken. Wir haben unsere erste Platte aufgenommen und bei Blackout Records rausgebracht, einem kleinen Label und bei der nächsten war es ähnlich. Dann kam die Platte mit Nitro und es war sicherlich das größte Label mit dem wir bisher zusammengearbeitet haben und es hat für uns nicht funktioniert, vor allem in Europa. Die meisten Leute mit denen wir hier arbeiten, waren vollkommen angepisst von ihnen, da sie rein gar nicht von ihnen bekommen haben, wenn sie etwas brauchten.

Ich mochte die Leute und hielt es für eine gute Idee, als wir zu ihnen gegangen sind, aber es scheint einfach nicht für uns funktioniert haben. Ich bin sehr glücklich mit der Situation in der wir jetzt sind, aber wir werden sehen, beim nächsten interview mit dir sind wir wohl schon wieder auf einem neuen und ich erzähle dir was komplett anderes *lacht*. Aber das schöne ist, egal welches Label die Turbo Acs werden immer die Turbo Acs sein und das ist verdammt wichtig für uns, wir wollen unsere Integrität niemals verlieren.

Ihr wart letztes Jahr auf der Deconstruction Tour dabei, die ja eigentlich doch ein anderes Publikum anzieht, als ihr es normalerweise habt. Wie war es für euch und wie hat es funktioniert?

Prunty: Es war cool. Vorher wussten wir gar nicht was uns erwartet, aber es kamen sogar einige unserer Fans und wir haben glaube ich auch einige dazu gewonnen, da wir mit so vielen verschiedenen Bands gespielt haben. Außerdem sind wir auch nicht unbedingt auf ein Genre festgelegt und ich persönlich höre auch sehr viele verschiedene Bands und so war es einfach cool und wir haben auch so viele wunderbare Bands dort kennen gelernt, wie z.B. Mad Caddies, die Bosstones oder auch H2O und es ist einfach wunderbar mit Freunden zu touren.

Cole: Ich persönlich mag solche Festivals nicht und gehe auch nie zu solchen. Ich fand es schön dort zu spielen, aber wenn ich mir eine Band anschaue, dann in einem kleinen Club wo es war ist und der Sound gut. Aber es war schon gut für uns, denn so sind wir zu jüngeren Kids gekommen, die uns vielleicht sonst nie live gesehen hätten und hoffentlich hat es ihnen gefallen und kommen vielleicht wieder.

Wie wichtig ist eure Booking Agency für euch, denn ehrlich gesagt habe ich das Gefühl das sie euch hier mehr aufgebaut haben als die ganzen Labels auf denen ihr wart und eigentlich ist das ja deren Aufgabe.

Cole: Es ist alles sehr wichtig und wir sind ihnen sehr sehr Dankbar, für das was sie alles für uns tun, sie leisten großartige Arbeit. Wir sind immer noch Freunde mit den ganzen Labels auf denen wir waren und es ist nicht so das wir sie im schlechten Verlassen haben, aber wir wollten einfach weiter kommen und auch für sie alle verspüren wir viel Dankbarkeit, denn auch sie haben uns gut geholfen.

Prunty: Auch das persönliche passt einfach und es ist auch wichtig. Es ist auch schön das wenn du 700km weg von daheim bist, alles passt, sich um alles gekümmert wurde.

Cole: Wir opfern einfach unser Leben für diese Band und jede andere Band wird dir ähnliches erzählen und es ist schon schön wenn du dann irgendwo hinkommt und alles ist gut organisiert.

Ihr seit ja erst Mal fast nur noch hier unterwegs, ich glaube ganze acht Wochen...

Prunty: Es sind glaube ich erst mal sechs Wochen, dann gehen wir kurz nach Hause und kommen dann noch mal für 2-3 Wochen hierher. Es ist einfach das was wir lieben und ich habe keine Probleme damit, wir sind nicht eine der Bands die dann immer gleich eine Pause braucht, wenn ich sechs Wochen am Stück toure mit nur einem Off Day, cool denn das ist was ich liebe und gerne machen will.

Tito Wiesner



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