Turbo ACs, The


Die TURBO ACs sind wohl eines der besten Beispiele das sich gute und hartarbeitende Bands auch ohne großen Promo-Firlefanz durchsetzen können. Ihr ersten Labels waren einfach zu klein oder wenig präsent bei uns um wirklich was zu reißen, die NewYorker konnten sich trotzdem schnell eine mehr als treue Fangemeinde erspielen. Mit Bitzcore kam irgendwann auch noch das passende Label dazu und mit ihrer großartigen neuen Platte „Avenue X“ im Rücken, könnte 2005 das Jahr der TURBO ACs werden. Trotz technischer Probleme stand auch irgendwann endlich die Leitung nach NewYork und am anderen Ende war Sänger & Gitarrist Kevin.

Ich vermute mal ihr seid verdammt stolz auf eure Platte und könnt es auch wirklich sein, denn für mich ist es ohne Frage euer bisher besten Album.

Ja das sind wir! Die Entstehung der Platte war einfach die „natürlichste“ bisher. Wir haben uns einfach von allen Produzenten mit denen wir bisher gearbeitet haben abgeschaut was wir mochten und alles selber in die Hand genommen. Ich habe die Platte produziert und einfach sicher gestellt, dass es zu 100% die Turbo ACs auf dieser Platte sind. Niemand konnte uns reinsprechen.

War die Atmosphäre dadurch relaxter oder war es sogar härter, weil alle Verantwortung auf euren/ deinen Schultern lag?

Es war relaxt und intensiv, denn ich hatte absolut das Gefühl das ich in der dritten Person war, ich konnte auch wirklich mit Abstand auf unsere Songs schauen und das war großartig. Ich liebe es Sachen aufzunehmen und nehme immer irgendwas gerade auf. Es hat einfach auch Spaß gemacht und es war eine sehr intensive Stimmung.

Was war das für ein Studio in dem ihr aufgenommen hat, mehr ein kleineres?

Das Studio war cool, mit der Zeit habe ich einfach gelernt welches Equipment ich gerne benutze und welches zu unserem Sound passt und habe sichergestellt, dass dort alles vorhanden ist was ich brauche um die Platte aufzunehmen. Es war komplett analog, hatte einen großartigen Sound und ich wollte einfach das beste für dieses Album.

Wie sieht es mit der Richtung aus? Für mich ist es der logische Nachfolger zu „Automatic“, wenn auch etwas härter und Hitlastiger.

Wir machen uns nie Gedanken über unsere Richtung, bzw. die Richtung unserer Platten. Das haben wir noch nie getan. Es gibt aber eine Menge Sachen die wir auf den Platten jeweils repräsentieren wollen, ich weiß nicht ob es immer rüberkommt oder die Leute es mitbekommen, aber das ist schon wichtig für uns. Wenn sie die Musik hören machen sie sich immer eigene Gedanken und eigene Interpretationen, was absolut cool ist. Aber wir wollen schon das unsere Einstellung & Attitüde rüberkommt, den Stil den wir leben. Oder z.B. das Suicidal Tendencies Cover auf der Platte, was eine große Entscheidung für uns war, denn sie sind einfach Teil unserer Geschichte. Wir sind mit ihnen aufgewachsen und wollten ihnen Tribut zollen auf unserem Album.

Ich hatte für mich das Gefühl das ihr bei einigen Songs auch ziemlich experimentiert habt. Bei manchen Songs habe ich erst ein paar Anläufe gebraucht, bis sie wirklich gezündet haben oder ich habe nach ein paar Mal hören komplett neue Seiten wahrgenommen. In anderen Musikbereichen sicherlich gang und gebe, aber nicht gerade typisch für ein Band wie die Turbo Acs.

Es ist natürlich hart für mich zu sagen ob das stimmt oder nicht. Ich habe einfach eine Vision von den Songs und versuche diese umzusetzen. Ich denke uns ist nur wichtig das die Turbo ACs immer wie die Turbo ACs klingen. Wir versuchen immer neue Sachen auszuprobieren und Abwechslung reinzubringen, aber die Turbo ACs müssen immer wie die Turbo ACs klingen. Unsere Songs müssen uns immer repräsentieren. Ich weiß es gibt gerade auf dieser Platte viele Elemente, verschiedene Gitarrensounds und einige Songs sind sicherlich vielschichtiger.

Und das ist gut so, aber ich denke wir sind nicht wie die meisten anderen Bands, denn bei denen gibt es nicht wirklich einen Unterschied zwischen ihnen und anderen Bands und ich denke wir stehen da schon alleine. Ich kenne keine andere Band die klingt wie wir und das wollen wir uns auch bewahren und es nicht für Experimente aufgeben.

Ohne Frage klingt ihr anders und irgendwie habe ich das Gefühl, dass dies hier in Deutschland bzw. Europa zuerst gesehen wurde. Wenn ich Abends durch Kreuzberg ziehe sehe ich bestimmt ein paar Leute mit euren Patches und T-Shirts. Ist es manchmal nicht komisch hier fast mehr Erfolg zu haben als zu Hause.

Ganz so würde ich das nicht sagen, wir haben ein paar großartige Touren demnächst hier in den Staaten und es läuft schon gut für uns hier, wir können uns da nicht beschweren. Aber klar in Europa und Deutschland läuft es schon ziemlich gut für uns.

Ich habe gehört das du für alle euren Sachen die Rechte behaltest um die Sachen dann auch einzeln zu lizenzieren zu können. Eigentlich sehr ungewöhnlich für eine Band eurer Größenordnung. Wir sehr magst du den Business-Aspekt bei eurer Band?

Ob es ungewöhnlich ist weiß ich nicht, aber es gibt uns einfach die volle Kontrolle und die Möglichkeit dir überall das richtige Label auszusuchen, dass in ihrem Bereich deine Platte optimal promoten kann. Aber nur weil ein Label dich in den USA versteht und weiß wie es mit deiner Musik umgehen muss, heißt es noch nicht das die Leute die in Europa für das Label arbeiten es auch wissen. Oder wir konnten z.B. dadurch unsere letzte Platte in Australien kurz vor unserer Tour noch bei einem passende Label veröffentlichen. Das Business gehört halt zu einer Band, ich würde nicht sagen das ich es liebe, aber es ist jetzt auch nicht schlimm. Aber wenn wir uns selber darum kümmern können wir einfach sicherstellen das die Turbo ACs die Turbo ACs sind.

Als nächstes steht wohl erst mal Non-Stop Touren bei euch auf dem Plan, oder?

Genau, wir werden erst mal in den Staaten touren und danach in Kanada mit den Million Dollar Marxists. Dann kommen wir für die Welt-Turbojugend-Tage nach Hamburg und im Juni folgt dann die komplette Europatour und im Herbst kommen wir wohl wieder zu euch. Dazwischen werden wir sicherlich noch mal in den USA touren. Die TURBO AC werden im Endeffekt bis zum Ende des Jahres auf Tour sein.

Kai Wydra



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