Im Oktober steht mit „Live to Win“ die neue Platte der TURBO AC's in den Läden, rechtzeitig zum Start ihrer Europatour. Groß vorzustellen braucht man die New Yorker wohl keinem mehr, sind sie doch seit Jahren die Speerspitze des Punk'n'Rolls! Ihre neue Scheibe überrascht ein wenig, da sie vom Sound her etwas düsterer und dichter ist, als die Vorgänger und mehr über die Atmosphäre als über Hits funktioniert. Anfang September waren sie in Hamburg bei den Welt-Turbojugend Tagen und am Freitag Nachmittag hatte ich die Gelegenheit zu einem Telefonat mit ihnen. Zwar saß die ganze Band vor dem Telefon, aber vor allem die beiden Kevin's übernahmen das Wort und während sich Prunty (Drums) als Spaßvogel herausstellte, war Cole (Gesang/ Gitarre) sichtlich über meine Einschätzung des Albums überrascht.
Ihr seit heute in Hamburg, wie ist es wieder in Deutschland zu sein und seit ihr nur für dieses eine Date gekommen?
Kevin Puntry: Ja genau, wir sind nur für die eine Show hier, aber uns ist jeder Grund recht um New York mal wieder ein Wochenende zu verlassen und hier zu feiern. Zwar sind acht Stunden etwas weit um zum feiern zu fahren, aber was soll's (lacht). Ich denke die Show morgen wird auch großartig, wir haben schon einmal bei den Turbojugendtagen gespielt und das war cool.
Lass uns über eure neue Platte sprechen, ich war recht überrascht als ich sie das ersten Male gehört habe. Was ist für euch der Unterschied?
Kevin Prunty: Wir haben Leute engagiert die sie für uns eingespielt haben. (alle lachen)
Kevin Cole: Mmmh ich weiß nicht, vielleicht ist sie leicht anders, aber wir haben nicht versucht sie anders zu machen. Für mich ist sie eigentlich nicht sehr viel anders, als unsere anderen Album, auch wenn das vielleicht manche Leute denken werden. Es ist immer noch eine Turbo Acs Platte.
Klar ist es eindeutig eine Turbo AC's Platte, aber ich habe das Gefühl sie ist von der Atmosphäre etwas düsterer.
Kevin Prunty: Ich habe sehr viel Techno in den letzten Monaten gehört und deshalb, ach du hast „Dark“ gesagt, ich dachte du meinst „Dance“. (alle lachen wieder)
Kevin Cole: Ich sehe es nicht so, dass sie düsterer ist, ich denke sie ist einfach besser, ich denke die Songs sind einfach besser als die auf der Platte davor. Aber man bekommt solche Aussagen ja nach jeder Platte, Leute finden das sie sehr anders klingt, oder nicht so wie sie erwartet haben und es kommt auch immer darauf an mit welcher Platte die Leute einen zum ersten mal selber gehört haben, oder auch aus welchem Land sie kommen oder sie selber Musik machen. Ich denke nicht das die Platte düsterer ist, ich denke ganz im Gegenteil das Avenue X düsterer war und die Platte ist für mich wieder viel mehr Fun, z.B. Songs wie Overdrive oder Genuine . Wir hatten auch viel mehr Spaß die Platte zu machen, es war von Beginn an anders und wir hatten viel mehr Spaß. Ich sehe es wirklich anders.
Ein weiter Unterschied ist auch, dass dieses Mal ja keine Frau auf dem Cover ist.
Alle rufen: WARTE!
Kevin Puntry: Du hast bestimmt nur so ein blöde Promo Copy, dass ist nur die äußere Hülle die du wohl gesehen hast. Du wirst nicht enttäuscht sein. Ich denke wann du die Mädels gesehen hast, wirst du die Platte nach nicht länger als „dark“ empfinden. Keine Angst manche Sachen ändern sich bei uns nicht. Übrigens die Leute die auch im Hintergrund geschrien haben waren Tim und Jer, unsere beiden Neuen in der Band.
Und das bringt mich gleich zur nächsten Frage, was waren die Gründe dafür das Mike die Band verlassen hat?
Kevin Cole: Er hat schon seit einer Weile erzählt, dass er endlich mal einen richtigen Job bekommen will und auch wieder zur Schule gehen will, was nicht möglich ist wenn man dauernd auf Tour ist. Außerdem wollte er auch gerne immer Frontmann und Sänger in einer Band sein und wenn er irgendwas weiter in Sachen Musik macht, dann sicherlich als Frontmann.
Was war der Grund gleich zwei neue Leute in die Band zu nehmen, nachdem Mike aus stieg?
Kevin Cole: Für die Liveshow wollte ich es schon lange machen, aber Mike wollte nicht das wir noch einen zweiten Gitarristen haben und so haben wir es eben nicht gemacht. Ich bin aber jetzt wirklich glücklich damit und es kommt auch live richtig gut rüber mit einem zweiten Gitarristen und es macht uns natürlich auch flexibler.
Welchen Einfluss hatten die beiden Neuen, Tim und Jer auf die Platte?
Kevin Cole: Wir haben einfach zusammen an der Platte gearbeitet und so kamen die Sachen zusammen. Aber viele der Songs der Platte habe ich geschrieben und waren meine Vision und schon länger in meinem Kopf.
Was kommt als nächstes bei euch, eine große Europatour ist steht ja schon. Was steht sonst noch an?
Kevin Cole: Sobald wir zurück kommen haben wir vor allem in New York erst einmal ein paar große Shows. Das Continental schließt und wir spielen da noch mit Murphys Law und dann haben wir noch eine coole Show im CBGB's , denn das Punk Magazine von John Holmes (??) startet wieder, dass war glaube ich vor allem Ende der 70er groß und bekannt. Es war das erste Magazine das überhaupt die Ramones gefeatured hat und das wird auch unsere letzte Show im CBGB's sein, denn es ist die letzte Woche in der sie geöffnet haben. Danach sind wir einen Monat in den Staaten unterwegs, zusammen mit Freunden von uns den Angel City Outcasts und danach kommen wir ja dann nach Europa für einen Monat.
Kai Wydra