Gerade mal ein paar Monate liegt die Veröffentlichung des letzten Architects-Albums in Deutschland zurück, da steht auch schon "Hollow Crown" in den Startlöchern - was allerdings an den Plattenfirmen liegt, in UK erschien der Vorgänger "Ruin" nämlich schon 2007. Trotz der Verzögerung starten die Jungs jetzt aber verdientermaßen richtig durch; weshalb wir uns auch endlich mal zu einem kleinen Gespräch mit Bassist Ali Dean zusammen setzten.
Hi Ali. Ist es nicht eine komische Sache für Euch, innerhalb so kurzer Zeit zwei Platten in Deutschland rauszubringen? Ruin erschien hierzulande ja mit einiger Verspätung und somit nur ein paar Monate vor dem neuen Album....
Das stimmt schon, aber wir haben die Songs von "Ruin" ja auch auf den ganzen früheren Touren schon gespielt. Insofern kannten unserer Hörer die Stücke eh schon, und die Shows liefen meist auch ziemlich gut.
Trotzdem ist es wahrscheinlich angenehm, dass die neue Platte weltweit gleichzeitig erscheint.

Naja, das stimmt nicht ganz. In Großbritannien erschien "Hollow Crown" ein paar Wochen vorher, dann kam die Platte in den USA und Kanada raus, eine Woche später dann in Europa. Das war aber kein Problem, es war im Gegenteil eher interessant zu sehen, wie unterschiedliche Regionen der Welt sich auf die Platte gefreut und dann auch jeweils unterschiedlich aufgenommen haben.
Wie zufrieden seit Ihr denn mit Century Media bisher? Hat sich viel geändert, seit Ihr dort unter Vertrag steht?
Bisher waren Century Media absolut großartig zu uns, wir würden gar nicht mit einem anderen Label arbeiten wollen. Dank ihnen erscheint unser Album weltweit, und wir haben zudem die Möglichkeit bekommen in den USA zu touren. Insgesamt eröffnen sich der Band einfach viele neue Möglichkeiten, die wir ohne Century Media nicht hätten.
Das neue Album ist ja doch ein bisschen anders als die Vorgänger - es gibt zum Beispiel mehr Gesang und Melodien. Eine bewusste Entscheidung?
Definitiv, wir wollten die melodiösen Momente, die es auf "Ruin" schon gab, weiter ausbauen. Wir in der Band sind alle große Anhänger von Melodien, also schien es nur logisch, das auch in unseren Sound einfließen zu lassen.
Was mir am neuen Album dabei besonders gut gefällt ist, dass es trotz der zahlreichen Melodien immer noch so brutal und aggressiv klingt wie der Vorgänger.
Danke. Es hat eine Weile gedauert, bis die Songs so klangen, dass wir 100prozentig zufrieden waren. Wir haben oft einzelne Elemente verändert oder rausgenommen, um sicher zu stellen, dass alles so gut wie möglich klingt. Und wir wollten auch defintiv, dass trotz aller neuer Melodien am Ende ein hartes Album herauskommt; das war im Gehirn ganz fest eingebrannt.
Habt Ihr nicht trotzdem ein bisschen Angst vor Sellout-Vorwürfen, die es ja eigentlich immer gibt, wenn eine harte Band auf einmnal eingängiger wird?
Ehrlich gesagt ist uns das herzlich egal. Wir machen alle genau das, was wir wollen, insofern trifft uns das nicht - vor allem, weil wir mit dem Album wirklich komplett glücklich sind.
Ihr seid ja schon mit unzähligen Metal- und Hardcore-Bands verglichen worden; von Norma Jean bis zu Bring Me The Horizon. Was war denn der beste, was der schlimste Vergleich?

Naja, in den USA meinte jemand zu uns, wir würden uns anhören wie die Beatles auf LSD - das fanden wir dann schon etwas seltsam. Wenn wir mit Bands verglichen werden, die wir mögen - etwa Meshuggah oder Dillinger Escape Plan - ist das aber natürlich immer auch ein Kompliment.
Lest ihr eigentlich all die Reviews über Eure Platten? und wenn ja - kannst Du da Unterschiede in den einzelnen Ländern ausmachen?
Ja, wir lesen alle Reveiws, die wir in die Finger bekommen! Manchmal gibt es ganz schön brutale Verisse, aber wir können mit Kritik umgehen. Es gibt allerdings keine bestimmten Orte, wo wir vorwiegend gehasst oder geliebt werden, insofern finde ich es einfach cool, wo überall was über unsere Platten geschrieben wird.
Ihr wart ja kürzlich in den USA unterwegs - wie wars?
Einerseits war es großartig, in den USA touren zu können, andererseits war es auch wirklich harte Arbeit. Die Fahrten sind da deutlich anstrengender. Wir haben ständig in Walmart Carparks übernachtet, was auch anstrengend war. Natürlich ist es super, da erstmal einen Fuß in die Tür zu bekommen, aber es war echt schwierig, jede Nacht aufs neue die Kids, die oft kaum Interesse zeigten, zu motivieren. Da war es dann natürlich super, danach nach Europa zurück zu kommen und hier dann bekannte Gesichter zu sehen, die sich freuen, wenn man eine Show spielt.
Was steht in der Zukunft an?
Wir kommen in April wieder nach Deutschland, zusammen mit Comeback Kid, Bane, Misery Signals und Outbreak, was sicherlich großartig wird. Danach stehen weitere Touren an, über die wir noch nicht reden können, und natürlich fangen wir parallel auch mit den Arbeiten an Album Nummer vier an.
Sonst noch was?
Ja - Hollow CXrown ist draußen, hört es euch an, diese Platte bedeutet uns so unglaublich viel. Und dann sehen wir uns im April.
Tito Wiesner